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DDP-Meldung vom 10.08.2009, 13:58 Uhr
Verein: Deutsche Teilung fordert 1347 Todesopfer
Berlin (ddp-bln). Wenige Tage vor dem 48. Jahrestag des Mauerbaus
hat die Arbeitsgemeinschaft 13. August in Berlin neue Zahlen zu den
Opfern der deutsch-deutschen Teilung vorgelegt.
Den privat recherchierten Daten zufolge starben zwischen 1945 und
Herbst 1989 europaweit 1347 vorwiegend deutsche Flüchtlinge oder
Grenzposten im unmittelbaren Zusammenhang mit Mauer, Grenzanlagen
und Kaltem Krieg.
Das seien 44 mehr als bisher angenommen, sagte am Montag
die Vorsitzende des Vereins und Leiterin des Mauermuseums
am Checkpoint Charlie, Alexandra Hildebrandt.
791 dieser 1347 Menschen seien nach 1961 umgekommen,
sagte Hildebrandt weiter.
Aus ihrer Sicht müssen aber alle Opfer der deutsch-deutschen Teilung
gezählt werden - auch jene, die davor ums Leben kamen.
Zur aktuellen Statistik zählen unter anderem 654 tote Flüchtlinge
an der innerdeutschen und 313 an der Berliner Grenze.
Die Zahlen basieren Hildebrandt zufolge unter anderem auf Recherchen
in Stasi-Akten, bei örtlichen Verwaltungen und auf Zeitzeugenberichten.
Um sie hatte es wiederholt Streit gegeben.
So hatte das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung kritisiert,
dass Hildebrandt auch Verdachtsfälle in ihrer Liste als Todesopfer führe.
Das Zentrum will am Dienstag seine neuesten Forschungsergebnisse
zu den Opfern an der Berliner Mauer vorstellen.
Neben den Toten an der Grenze zu Westdeutschland und West-Berlin - zu ihnen
zählt Hildebrandt auch Opfer von Herzinfarkten, von denen sie vermutet, dass
sie aufgrund von rigider Behandlung durch die Grenzposten ausgelöst wurden -
finden sich in der Statistik auch Personen, die bei Fluchtversuchen über die
Ostsee ums Leben kamen. Zudem werden getötete DDR-Grenzsoldaten gelistet,
darunter solche, die Selbstmord begingen oder verunglückten.
Zu der Kritik sagte Hildebrandt: «Natürlich kann man streiten, aber das
ist ein Streit, der zu nichts führt.» Ihr Anliegen sei es, alle Opfer des
DDR-Grenzregimes zu erfassen und ein «mahnendes Gedenken» zu ermöglichen.
Die Recherchen seien noch lange nicht abgeschlossen.
(ddp)
© ddp Deutscher Depeschendienst GmbH
Quelle: http://www.derNewsticker.de
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