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Tom Moak(R)

04.09.2009, 22:50
 

Stasi entführte Hunderte West-Bürger

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04. September 2009, 16:34 Uhr

Studie zur DDR

Stasi entführte Hunderte West-Bürger

Eine Studie hat neue Erkenntnisse zur DDR-Staatssicherheit zutage gefördert: Demnach hielt der Geheimdienst 400 West-Bürger gegen ihren Willen in der DDR fest - manche lockte sie unter einem Vorwand in den Osten, andere wurden gewaltsam entführt.

Berlin - Sie griffen am helllichten Tag zu: Am 8. Juli 1952 wird Walter Linse auf offener Straße in Lichterfelde von Stasi-Leuten überwältigt und nach Ost-Berlin entführt. Der Anwalt und SED-Kritiker hatte immer wieder gegen Menschenrechtsverletzungen in der DDR protestiert. 1953 wird Linse in Russland hingerichtet.

Der Fall ist eines der vielen Verbrechen des SED-Regimes. Einer Studie zufolge hat die DDR-Staatssicherheit mehr als 400 Menschen aus dem Westen entführt oder in den Osten gelockt und dann an einer Rückreise gehindert. Es habe rund hundert gewaltsame Entführungen überwiegend aus West- nach Ost-Berlin gegeben, sagte die Historikerin Susanne Muhle am Freitag in Berlin.

In den anderen Fällen seien Menschen aus Westdeutschland etwa mit dem Hinweis auf eine angebliche Erkrankung eines Verwandten in den Osten gelockt und dort festgehalten worden. Es habe sich um Angehörige westlicher Geheimdienste oder prominente Antikommunisten gehandelt.

"Die Zahlen beruhen auf Dokumenten der Polizei in West-Berlin und eigenen Forschungen", sagte Muhle, die in Münster Geschichte studiert und sich für ihre Dissertation mit dem Thema beschäftigt hat. Die Arbeit, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt wurde, solle Ende dieses Jahres vorliegen. Der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte die 29-Jährige, dass es die meisten Verschleppungen in den fünfziger Jahren gegeben habe.

hen/dpa

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Quelle: http://www.spiegel.de

,.-

Tom Moak(R)

08.09.2009, 10:01

@ Tom Moak

Historikerin spürt Entführer in Stasi-Akten auf

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Susanne Muhle promoviert

Historikerin spürt Entführer in Stasi-Akten auf

Von Michael Billig am 7.09.2009 22:51 Uhr

MÜNSTER Wie leben Menschen in einer Diktatur?

Das ist die entscheidende Frage, die Susanne Muhle umtreibt.

Die Schule ihres Doktorvaters, Prof. Hans-Ulrich Thamer, macht sich
bemerkbar. Während Thamer aber als Experte für den Nationalsozialismus
gilt, hat sich Muhle auf das DDR-Regime spezialisiert.


Zurzeit ist die Historikerin 50 inoffiziellen Stasi-Mitarbeitern
auf der Spur, die maßgeblich an Entführungen beteiligt waren.


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Susanne Muhle promoviert an Uni Münster.

Susanne Muhle ist auf diesem wissenschaftlichen Gebiet kein Neuling.

Das erste Mal in Kontakt mit dem Thema kam sie sogar schon zu ihrer Schulzeit. „Ich habe da einen Vortrag von einem Mitarbeiter der Birthler-Behörde gehört.“ Die Birthler-Behörde ist die Behörde der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen – ein riesiges Archiv mit Millionen von Akten. Muhle hat während ihres Studiums in Münster dort ein Praktikum gemacht. Für ihre Promotionsarbeit ist sie dorthin zurückgekehrt.

Täter oder Mitläufer

Warum müssen die Menschen in einer Diktatur mitspielen? Wer ist Mitläufer, wer Mitgestalter? Das sind weitere Fragen, die die 29-Jährige beschäftigen. Über einen inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter mit Decknamen „Donner“ hat sie an der Uni Münster ihre Abschlussarbeit geschrieben. „Er war an Entführungen, Sprengstoffanschlägen und Einbrüchen beteiligt“, berichtet Muhle. Agenten wie ihn hatte die Stasi in den 1950er Jahren offenbar viele angeheuert.

Linse-Entführung

Darunter seien Kriminelle aus West-Berlin gewesen, wie Muhle jetzt in ihrer Promotionsarbeit feststellt. „Der Vorteil war: Wenn eine Entführung schief ging, konnte man es als Raubüberfall darstellen.“ Dabei waren die Taten politisch motiviert.

Ein bekannter Entführungsfall: Der Anwalt Walter Linse wurde 1952 in West-Berlin auf offener Straße niedergeschlagen, in ein Fluchtauto gezerrt und in den Ostsektor der Stadt verschleppt. Allerdings verlief die Aktion nicht ohne Aufsehen. Es gab Augenzeugen und das SED-Regime wurde daraufhin vom Westen unter Druck gesetzt. Linse hatte das nicht geholfen. Er wurde ein Jahr später in Moskau hingerichtet.

Buchtipp: Muhle, Susanne/ Richter, Hedwig / Schütterle, Juliane (Hrsg.): Die DDR im Blick. Ein zeithistorischen Lesebuch.


Quelle: http://www.muensterschezeitung.de,.-

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