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defiance

11.12.2015, 21:32
 

"Ausgebeutet für den Klassenfeind"

Zu sehen war am Freitag, 11. Dezember 2015, 20.15 Uhr das Feature
"Ausgebeutet für den Klassenfeind". Die Autoren der Dokumentation,
Achim Reinhardt und Claudia Butter, haben wochenlang im Bundesarchiv,
im Stasi-Archiv sowie in Landesarchiven recherchiert, mit Zeitzeugen
und Wissenschaftlern gesprochen.

Der Film deckt mit neuen, exklusiven Recherchen auf, wie politische Häftlinge in der DDR ausgebeutet wurden und welche namhaften Westkonzerne damit hohe Gewinne erzielten. Die Autoren konfrontieren ehemalige DDR-Verantwortliche und Konzernmanager, fragen die Bundesregierung nach ihrer Verantwortung für die Opfer von Zwangsarbeit.

» Verantwortung für die Zwangsarbeit?...........keiner ?

Mit der Kamera begleiten sie politische Häftlinge, die
DDR-Täter und Profiteure von einst zur Rede stellen.

Ausgebeutet für den Klassenfeind
DDR-Zwangsarbeiter für Westfirmen


Das marode Honecker-Regime war auf harte D-Mark angewiesen. Zehntausende Häftlinge mussten Zwangsarbeit leisten - die Produkte wurden gegen Devisen in den Westen verkauft. Der Historiker Tobias Wunschik fand heraus, dass viele Westfirmen aus der DDR Waren bezogen, die teilweise durch Gefangene gefertigt wurden.

Darunter befanden sich u.a. so angesehene Firmen wie
Ikea, ALDI, Kaufhof, Karstadt, Kaufhalle und Woolworth.

Inge Naumann war von 1983 bis 1986 im Gefängnis Hoheneck in Sachsen inhaftiert, weil sie ausreisen wollte und deswegen in die "Ständige Vertretung" der BRD geflohen war. Sie und andere politische Häftlinge wurden in der DDR zu harter körperlicher Arbeit gezwungen. Die Frauen in Hoheneck mussten im Dreischichtsystem in der Strumpfproduktion für den Westexport schuften. "Diese Erinnerungen lassen einen nicht los. Man hat Flashbacks am Tag, in der Nacht träumt man von Hoheneck, und ich glaube nicht, dass ich das bis an mein Lebensende vergessen werde", berichtet sie.

Gute Geschäfte mit dem Klassenfeind

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Archivaufnahme eines Häftlings des berüchtigten DDR-Frauengefängnisses Hoheneck.

In Hoheneck wurde Inge Naumann zur Arbeit für den DDR-Betrieb Esda Thalheim gezwungen: "Die Zwangsarbeit war für mich menschenverachtend, das war Sklaventreiberei. Es war eine immense Arbeitsnorm in Hoheneck, die entsprach ungefähr dem Dreifachen der Arbeitsnorm draußen. Man hat nichts verdient, man hatte keinen Urlaub, ich habe bei Esda Thalheim teilweise samstags und sonntags arbeiten müssen. Die Schikane des Personals war extrem", so erinnert sich die ehemalige Gefangene.

Das Soll, erzählt sie, habe bei 1.400 Strumpfhosen am Tag gelegen. Wer die Norm nicht erfüllte, wurde bestraft. Viele der Produkte aus den Gefängnissen gingen in den Export, ausgerechnet an den Klassenfeind. Für wen sie produzierten, wussten sie damals nicht. Inge Naumann berichtet aber, dass Sie nach der Ausreise in den Westen bei Aldi in Bayern auf die Strumpfhosen gestoßen sei, die in Hoheneck produziert wurden: "Es war die gleiche Qualität, und ich war fassungslos, dass die Strumpfhose 68 Pfennig kostet, und wir dort bis zum Umfallen arbeiten mussten in Hoheneck."

System der Zwangsarbeit

[image]
Das marode Honecker-Regime war auf harte D-Mark angewiesen.

Tobias Wunschik, Historiker der Stasi-Unterlagenbehörde, fand heraus, dass "wesentlich mehr Unternehmen als bislang bekannt Waren aus der DDR bezogen. Meist von Betrieben, die teilweise Gefangene zur Arbeit einsetzten. Aus Akten ist jetzt belegbar, dass ALDI, Kaufhof, Karstadt, Kaufhalle und Woolworth Waren von Esda Thalheim bezogen, und dieser Betrieb hat in Hoheneck politische wie auch kriminelle Häftlinge zur Arbeit eingesetzt."

Umsatz von 200 - 600 Millionen DM jährlich

Rund 6.000 westdeutsche Firmen nutzten die DDR als Billiglohnland. Knastwaren aus dem Osten landeten so auf den Wühltischen im Westen. Das "Who is who" der deutschen Wirtschaft profitierte. Wissenschaftler schätzen, dass die DDR jährlich 200 bis 600 Millionen DM mit Waren umgesetzt hat, die allein auf Häftlingsarbeit beruhten. Ein brisantes zeithistorisches Thema, das bis in die Gegenwart für Zuschauerinnen und Zuschauer im Westen wie im Osten von Bedeutung ist. Für billige Waren im Westen zahlten politische Gefangene in der DDR einen hohen Preis. Die Opfer der DDR-Zwangsarbeit leiden bis heute unter dem erlittenen Unrecht. Doch auch 25 Jahre nach der Deutschen Einheit müssen sie noch immer auf Aufarbeitung und Wiedergutmachung warten.

» Verantwortung für die Zwangsarbeit? . . . . . KEINER!

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Quelle:https://www.3sat.de

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