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Zum Fall Fischer: - Falsche Diskussion

verfasst von Tom Moak, 20.03.2012, 01:26

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20.03.2012

Zum Fall Fischer: Falsche Diskussion

Es ist ein erbärmliches Possenspiel, das sich derzeit
um den Perleberger Bürgermeister abspielt.

Da wird diskutiert und argumentiert, ob er IM war oder nicht, ob er wusste,
dass er als IM geführt war oder nicht, ob er rechtens gehandelt hat oder nicht,
ob er sein eigenes Schreiben als eines der Kommunalaufsicht ausgab
oder nicht etc. pp.

Die eigentliche Frage wird aber nicht diskutiert: Ist jemand, der in der
DDR als hochrangiger NVA-Politoffizier die Politik der DDR bedingungslos
unterstützt, ja maßgeblich mitgestaltet hat, der aufgrund seiner Position
zwangsläufig mit der Stasi zusammenarbeiten musste und das sicher nicht
als Unrecht ansah, moralisch legitimiert, in eben jenem Staat, in dem er
seinen Hauptfeind sah und den es galt, mit allen Mitteln zu bekämpfen,
einen derart herausgehobenen Posten zu bekleiden?

Alle Offiziere der NVA legten ein Gelöbnis ab, in dem es hieß:
„Als Offiziere sind wir bereit, den jungen Patrioten eine tiefe Liebe
zum ersten deutschen Arbeiter - und - Bauern-Staat anzuerziehen
und in ihnen einen glühenden, von einem festen Klassenstandpunkt
geprägten Hass gegenüber dem Imperialismus und seinen Armeen
zu entfachen!“

Und jeder Offizier schwor den Eid „jederzeit bereit zu sein,
den Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen und mein
Leben zur Erringung des Sieges einzusetzen.

Sollte ich jemals diesen meinen feierlichen Fahneneid verletzen,
so möge mich … die Verachtung des werktätigen Volkes treffen.“
So soll es sein.


Wer dieses Gelöbnis und diesen Eid freiwillig ablegte, tat das
aus tiefster innerer Überzeugung. Ich habe auch tiefe innere
Überzeugungen, aber die ändern sich nicht, nur weil sich die
Umstände ändern.

Alles andere wäre charakterlos.

Doch die Frage nach Moral beziehungsweise Doppelmoral gilt nicht
nur für ehemalige Offiziere der NVA, sondern für viele ehemalige
hochrangige Genossen und Stasimitarbeiter, die es geschafft haben,
sich nach der Wende wieder einflussreiche Positionen zu sichern.

Man denke nur an den Polizei- und Justizapparat in Brandenburg.

» Warum drängen diese Leute sich wieder auf
» Posten, die ihnen Macht und Einfluss sichern?

Warum stellen sie sich als Unschuldige, zu Unrecht Verdächtigte dar?

Oder geht es gar nicht um Moral sondern um profane materielle Vorteile,
frei nach dem Motto „Wes Brot ich ess´, des Lied ich sing“?

Wäre es nicht glaubwürdiger, wenn sie sich ins Privatleben zurückziehen
und Politik und Demokratie Anderen, Unbelasteten überlassen würden?



Deshalb: Legen Sie ihr Amt nieder, Herr Fischer.

Wilfried Treutler (Gross Breese)


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Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de

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