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West-Pharmafirmen betrieben Menschenversuche in der DDR

verfasst von Tom Moak, 13.05.2013, 14:00

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12. Mai 2013, 08:46 Uhr

Systematische Tests

West-Pharmafirmen betrieben Menschenversuche in der DDR


Westliche Pharmakonzerne haben in mehr als 50 DDR-Kliniken
über 600 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben. Insgesamt
dienten nach SPIEGEL-Informationen bis zum Mauerfall über
50.000 Menschen als Testpatienten etwa für Chemotherapeutika
und Herzmedikamente - oft ohne es zu wissen.

Mehrere Testreihen führten zu Todesfällen und mussten abgebrochen werden.

Das geht aus bislang unbekannten Akten des
DDR-Gesundheitsministeriums, der Stasi und
des Instituts für Arzneimittelwesen hervor,
die dem SPIEGEL vorliegen.

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Archiv der Charité: Fragwürdige Studien in der DDR


Demnach starben bei einem Test des Hoechst-Medikaments Trental
zwei Kranke in Ost-Berlin. Auch in der Lungenklinik Lostau bei
Magdeburg starben zwei Patienten, die mit dem von Sandoz (heute
Teil des Novartis-Konzerns) entwickelten Blutdrucksenker Spirapril
behandelt wurden; der Versuch wurde abgebrochen.

An der Universitätsklinik Charité ließ Boehringer-Mannheim (heute
Teil der Roche-Gruppe) die als Dopingmittel missbrauchte Substanz
Erythropoetin ("Epo") an 30 "unreifen Frühgeborenen" erproben, wie
es in Akten heißt.

Bayer ließ Nimodipin, ein Mittel zur Verbesserung der Hirndurchblutung,
unter anderem an Alkoholikern im akuten Delirium testen - diese konnten
aufgrund ihres Zustandes nicht um Einwilligung gefragt werden.

Die Hersteller boten bis zu 800.000 Westmark pro Studie an.
Manager der West-Berliner Schering AG (heute Teil von Bayer)
offerierten der Charité sogar ein Testvolumen von jährlich
sechs Millionen D-Mark. Führende Mediziner an der Charité
waren sich laut Gesprächsprotokollen der Motive der Konzerne
bewusst.

So habe etwa Schering im Westen wohl "generelle ethische Probleme:
der Mensch als Versuchskaninchen", sagte damals ein zuständiger
Arzt der Charité. Die DDR riskiere, wegen der Tests als "Billigland"
und "günstige Teststrecke" bekannt zu werden.

Patienten wurden über Risiken und Nebenwirkungen oft im Unklaren gelassen.
Noch im März 1989 erklärte sich Hoechst (heute Teil von Sanofi) laut
Sitzungsprotokoll einverstanden, "dass der Aufklärungstext beim Prüfer
verbleibt und nicht dem Patienten ausgehändigt wird".

Weiter heißt es: "Die Einwilligung des Patienten wird durch Unterschrift
des behandelnden Arztes und eines Zeugen" dokumentiert.

Die betroffenen Unternehmen weisen darauf hin, dass die Vorgänge
weit zurückliegen. Sie betonen, dass klinische Tests prinzipiell nach
strengen Vorschriften erfolgten.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller sieht bisher keine
"Verdachtsmomente, dass irgendetwas faul gewesen wäre."


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SPIEGEL-Redakteurin Nicola Kuhrt

» Betr.: Menschenversuche

Monatelang recherchierten die SPIEGEL-ONLINE-Redakteurin
Nicola Kuhrt
und ihr SPIEGEL-Kollege Peter Wensierski in
Privatarchiven deutscher Mediziner, im Bundesarchiv und in der
BStU-Behörde.

Dort fanden sie bislang geheime Akten der Stasi, die
beschreiben, wie westliche Pharmakonzerne Kliniken,
Ärzte und Patienten in der DDR für Menschenversuche
benutzten.


Als besondere Fundstelle erwies sich ein Archiv
der Berliner Charité in Berlin-Tempelhof, direkt
neben einer Lkw-Waschanlage.


» Kein Schild weist auf die Existenz des Archivs hin, in dem eine
» besondere Art der Vergangenheitsbewältigung zu besichtigen ist.

» Einmal in der Woche rücken Gabelstapler an, um
» turnusmäßig die Patientenakten aus dem Bestand
» zu schaffen, die älter als 30 Jahre sind.

» Ihr Ziel ist eine Verbrennungsanlage.

» Nebenwirkung: Tod der Beweismittel

» Wichtige Dokumente werden so ein für alle Mal vernichtet

Bis zum Mau­er­fall miss­brauch­ten Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler wie
Bayer und Hoechst in der DDR mehr als 50.000 Pa­ti­en­ten,
um Me­di­ka­men­te zu tes­ten.

Ri­si­ken wur­den vie­len Kran­ken of­fen­bar
ver­schwie­gen, es gab auch To­des­fäl­le.

Quelle:http://www.spiegel.de


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Nachtrag (zum Artikel).

[...] Sind Sie gespannt, wie es weiter geht? ........Wir auch!


,.-

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