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Pharmatests in der DDR Politiker fordern Aufklärung

verfasst von Tom Moak, 13.05.2013, 14:20

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13. Mai 2013, 08:51 Uhr

Pharmatests in der DDR Politiker fordern Aufklärung von Medikamententests

Einem Bericht zufolge sollen Pharmakonzerne im großen Stil Medikamente an
DDR-Patienten getestet haben. Ostbeauftragter Christoph Bergner ist erschüttert
über Absprachen von Managern und Funktionären.

Medikamente, Medikamententests, Christoph Bergner, DDR


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Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU),
fordert eine vollständige Aufklärung gefährlicher Medikamententests
westlicher Firmen in der DDR.

© Sebastian Kahnert/DPA

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU), fordert eine vollständige Aufklärung gefährlicher Medikamententests westlicher Firmen in der DDR. "Die vorliegenden Fakten müssen rückhaltlos untersucht und die Hintergründe aufgeklärt werden", sagte Bergner der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Es wäre ein schwerer Skandal, wenn tausende DDR-Bürger - vermutlich sogar unter Verletzung von Rechtsvorschriften der DDR - zu billigen und wohlfeilen Versuchskaninchen gemacht worden wären."

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, bis zum Mauerfall seien in mehr als 50 DDR-Kliniken unter anderem Herzmedikamente und Antidepressiva getestet worden - oft ohne Wissen der Betroffenen. Das Magazin beruft sich auf bislang unbekannte Akten des DDR-Gesundheitsministeriums, der Stasi und des Instituts für Arzneimittelwesen der DDR. West-Pharmahersteller gaben demnach bei DDR-Kliniken mehr als 600 Arzneimittelversuche in Auftrag. Dabei kam es dem Bericht zufolge zu zahlreichen Todesfällen, auch wurden Tests wegen Nebenwirkungen abgebrochen.

Bereits im vergangenen Dezember berichtete der Berliner "Tagesspiegel"
von Experimenten an offenbar ahnungslosen DDR-Bürgern im großen Stil.
Wie der "Spiegel" berief sich das Blatt auf Unterlagen des einstigen
DDR-Gesundheitsministeriums, wonach 50 Unternehmen in den Jahren 1983
bis 1989 insgesamt 165 Studien dort in Auftrag gegeben haben.

Es stellt sich die Frage nach Schadenersatz

Bergner sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", ihn erschütterten
insbesondere die Hinweise auf offenbar konspirative Verhandlungen
zwischen DDR-Funktionären und Konzernmanagern.

Das klinge sehr nach vorsätzlicher Missachtung medizinethischer
Grundsätze unter Umgehung der zuständigen Kontrollbehörden.

Derartige Vergehen "verlangen eigentlich nach strafrechtlicher Aufarbeitung",
sagte der CDU-Politiker. Mögliche Entschädigungen müssten aus seiner Sicht
"vor allem durch die Profiteure der Aktionen" gezahlt werden.

Entschädigungen und strafrechtliche Konsequenzen
forderte auch Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz (CDU).

"Wenn es zu körperlichen Schäden bis hin zur Todesfolge gekommen ist,
dann stellt sich die Frage nach Schadenersatz und Ausgleichszahlungen.

Und dann ist auch die Frage nach der strafrechtlichen Verantwortung
zu beantworten", sagte Vaatz der "Berliner Zeitung". Es handele sich
um ein Offizialdelikt, bei dem die Staatsanwaltschaft von sich aus
tätig werden müsse. Wenn die Fälle aber in kein rechtliches Schema
passten, müsse sich der Gesetzgeber damit befassen.

Quelle: http://www.stern.de
,.-

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