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Ministerin Anita Tack fordert längere Aufbewahrung von Akten

verfasst von Tom Moak, 17.05.2013, 20:14

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14.05.2013/ 19:07
DDR-Pharma-Tests

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack
fordert längere Aufbewahrung von Akten


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FOTO: dpa

Potsdam - In der Debatte über Pharma-Tests westlicher Unternehmen in der DDR hat Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) die Krankenhäuser aufgefordert, Patientenakten aus der DDR weiter aufzubewahren. Dies sei auch nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist von 30 Jahren zum Schutz der damaligen Patienten nötig, die möglicherweise von Medikamenten-Tests betroffen waren, sagte Ministeriumssprecherin Alrun Kaune-Nüßlein am Dienstag in Potsdam.

In Brandenburg waren den Angaben zufolge ab Januar 1989 zwölf Tests mit zwölf Wirkstoffen von internationalen Pharma-Unternehmen an mehr als 300 Patienten geplant. Beteiligt waren die Bezirkskrankenhäuser Potsdam, Cottbus und Frankfurt an der Oder sowie Kliniken in Bad Saarow, Beelitz und Neuruppin.

Alle Tests seien auch in anderen Prüfzentren der DDR vorgenommen worden, hieß es weiter. Auftraggeber waren unter anderem die Unternehmen Merck, Sandoz, Roussel-Uclaf, Ciba-Geigy und Hoechst. Über Medikamenten-Tests in Brandenburg vor 1989 liegen nach Ministeriumsangaben keine Angaben vor.

Die CDU im Potsdamer Landtag sprach sich für eine unabhängige Kommission
zur Aufarbeitung der Pharma-Tests aus.


» Den Vorsitz solle die thüringische Stasi-Beauftragte Hildigund Neubert übernehmen,
» erklärten die Abgeordneten Saskia Ludwig und Danny Eichelbaum am Dienstag.

Die Berliner Charité habe bei der Aufarbeitung der Medikamenten-Tests
versagt und sei deshalb nicht für den Vorsitz geeignet.


Tack habe sich bereits Anfang Januar an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gewandt und unter anderem die Aufarbeitung in einem Forschungsprojekt angeregt, sagte Kaune-Nüßlein. In dem Schreiben, das dem epd vorliegt, heißt es, das Landesministerium verfüge über keine eigenen Datenquellen zum Thema. Die Medikamenten-Tests westlicher Unternehmen in der DDR waren seit Dezember 2012 auch Thema mehrerer Anfragen im brandenburgischen Landtag.

Für die Aufklärung der Pharma-Tests komme dem Bundesgesundheitsministerium als „Nachlassverwalter“ des Gesundheitsministeriums der DDR eine besondere Rolle zu, heißt es in den Antworten des brandenburgischen Gesundheitsministeriums auf die Anfragen. Verantwortliche für illegale Medikamenten-Tests müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Alle Landesbehörden hätten im November 1991 vom damaligen Bundesgesundheitsministerium eine Liste von 160 klinischen Prüfungen erhalten, die mit Genehmigung des früheren DDR-Gesundheitsministeriums vorgenommen worden seien, hieß es weiter. 147 der Tests waren Anliegen von Arzneimittelherstellern mit Sitz außerhalb der DDR. Die Tests wurden den Angaben zufolge vom 1. Januar 1989 bis zum 2. Oktober 1991 genehmigt.

Der Großteil der Pharma-Tests in der DDR sei an der Berliner Charité, anderen Ost-Berliner Krankenhäusern und Spezialkliniken vorgenommen worden, hieß es weiter. Der Berliner Senat habe deshalb bereits im Februar 1991 eine Kommission zur Prüfung der Vorwürfe illegaler Medikamenten-Tests berufen. Die Kommission habe jedoch keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass bei klinischen Arzneimittelprüfungen in der DDR grundlegend andere Maßstäbe oder Vorgehensweisen angewandt wurden als im Westen.

» (epd)

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de


Mehr zum Thema
14.05.2013:
Westliche Pharma-Tests auch in der Mark - Arzneimittel-Studien
zu DDR-Zeiten an mindestens sechs Brandenburger Kliniken :



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