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„Es macht Sinn, immer wieder über die Kirche aufzuklären“

verfasst von Tom Moak, 27.10.2013, 16:52

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Die Stasi und die Kirchen

25. Oktober 2013 | 21:55 Uhr |


Von: afro


Voller Hoffnung waren sie gekommen, neue Erkenntnisse zu einem immer noch brisanten Thema zu hören. Enttäuscht oder gar verärgert aber gingen viele Zuhörer am Donnerstagabend nach Hause.

Was Stephan Wolf, Mitarbeiter der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, bei seinem Vortrag in Schwerin über die Ausspionierung und Beeinflussung der Kirchen der DDR durch die DDR-Staatssicherheit berichtete, erschien ihnen doch recht oberflächlich.

Vehement wehrte sich am Ende zudem der ehemalige Pastor der Schweriner Schlosskirche, Peter Voss, gegen Wolfs pauschale These, den Kirchen sei durch "heimliche Kontakte" von Kirchenoberen zur Stasi ein "erheblicher Schaden" entstanden, der bis heute anhalte. Er habe nie ein Blatt vor den Mund genommen, beteuerte Voss, "auch wenn ich damit rechnen musste, dass die ganze Kirche verwanzt ist". Auch wenn er zum Rat des Bezirks einbestellt wurde, habe er seinem staatlichen Gegenüber klar gemacht, "dass Gott für mich vor Staat und Partei rangiert".

Gerhard Meyer, ehemaliger Pastor an der Schweriner Paulskirche, widersprach zudem Wolfs These, es habe für die Stasi "keine geheimen Winkel der Kirchen" gegeben. Durchaus habe es Kirchenkreise gegeben, aus denen die Stasi weder durch inoffizielle Mitarbeiter noch durch offizielle Gespräche mit Kirchenvertretern Informationen herausbekam.

In seinem Vortrag schilderte Wolf, wie das DDR-Regime vom offenen Kampf gegen die Kirchen seit Ende der 1960er-Jahre zu einem subtileren Umgang überging. 1983 habe Staatschef Erich Honecker sogar das Luther-Jahr auf der Wartburg eröffnet. In Ruhe gelassen wurden die Kirchen vom Staat und der Stasi aber keineswegs. Auf vielfältige Weise versuchte das Regime, auf die Kirchen Einfluss zu nehmen, durch Spitzel, durch Gespräche und Unterstützung von mutmaßlich wohl gesonnenen Kirchenmännern, durch gezielte "Kaderpolitik". Mit welchen Erfolgen dies geschah, blieb bei Wolf weitgehend offen.

Dabei sind die Unterschiede zwischen der Mecklenburgischen und
der Pommerschen Kirche im Umgang mit Staat und Stasi bereits
recht gut durchleuchtet worden, etwa von Rahel Frank in ihrer Studie
"Realer, exakter, präziser?"

Eine Erkenntnis: Pommersche Kirchenobere hatten deutlich weniger Scheu,
mit der Stasi zu kooperieren als es im Mecklenburgischen der Fall war.


Er hätte erwartet, dass Wolf 23 Jahre nach der Wende nicht nur über
den Einfluss der Stasi auf die Kirchen spricht, kritisierte ein Zuhörer.

Der Einfluss von Kindergärten, Schulen und Universitäten auf
die Christen sei vermutlich viel entscheidender gewesen.



Quelle: http://www.svz.de


,.-

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