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"Über die Stasi Aufklären" Neues Denkmal für Stasi Opfer

verfasst von Tom Moak, 27.10.2013, 17:06

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Neues Denkmal für Stasi-Opfer

24. Oktober 2013 | 22:00 Uhr |

Von: Anne-Dorle Hoffgaard

Vor knapp 30 Jahren erschoss ein Stasi-Wachmann im mecklenburgischen Güstrow zwei junge Männer.
Die Tat wurde vom DDR-Geheimdienst und staatlichen Stellen vertuscht.
Erst nach der Wende wurde der Täter verurteilt.

Gestern Abend beschloss die Güstrower Stadtvertretung einen neuen Gedenkstein aufzustellen.


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Am 21. Dezember 1984 verlassen drei junge Männer nach einer feuchtfröhlichen Weihnachtsfeier des Landmaschinenbaus eine Gaststätte in der Straße der Befreiung (heute: Neukruger Straße), um kurz nach 23 Uhr den letzten Bus nach Hause zu bekommen. Ihr Weg führt sie an der Stasi-Kreisdienststelle vorbei. Einer kommt auf die Idee, die Mauerumzäunung des Geheimdienstgebäudes zu besteigen.

Das ruft den angetrunkenen Stasi-Unterleutnant Werner Funk auf den Plan, der im Dienst seinen Geburtstag mit anderen Mitarbeitern nachfeiert. Als der Stasi-Mann weit außerhalb seiner Dienststelle die Ausweise der drei jungen Männer einsehen will, kommt es zu Rangeleien. Völlig unerwartet zückt der angetrunkene Wachmann seine Pistole und schießt aus Nahdistanz auf die drei Unbewaffneten. Ein 30-Jähriger stirbt kurz darauf, ein weiterer 30-Jähriger erliegt drei Tage später seinen Unterleibsverletzungen. Der dritte junge Mann überlebt, hat aber seither ein verkürztes Bein.



„Nach diesem furchtbaren Geschehen war die Stadt Güstrow wie gelähmt. Die Gerüchteküche brodelte“, erinnert sich der Bürgerrechtler und Theologe Heiko Lietz (70), der damals dort lebte. Von staatlicher Seite sei sofort strikteste Informationssperre verhängt worden.

Die Angehörigen seien massiv unter Druck gesetzt worden, nichts anderes zu verbreiten, als von offiziellen Stellen mitgeteilt wurde. Und die von staatlicher Seite verbreitete Legende besagte, dass der Stasi-Wachmann in Notwehr gehandelt habe, als er am Stasi-Objekt eine Provokation verhindern wollte.


Doch Heiko Lietz, der damals unter Beobachtung der Geheimpolizei stand, hatte durch Bekannte schon einen Tag nach der Tat von dem Verbrechen erfahren. Er konnte noch im Krankenhaus mit einem Verletzten über das Geschehene sprechen.

Er besuchte die hinterbliebenen Witwen der beiden getöteten Familienväter und nahm auch an den Trauerfeiern auf dem Güstrower Friedhof am 28. Dezember 1984 teil. „Der Friedhof war voll von Stasi.“

Als Lietz selber am 2. Januar 1985 in der Güstrower Pfarrkirche bei einem Friedensgebet der Opfer und der Angehörigen gedenkt, handelt er sich ein viertägiges Verhör ein.


Fünf Jahre nach den Schüssen wurde am 22. Dezember 1989 an der Todesstelle im Beisein von über 1000 Menschen ein Gedenkstein eingeweiht mit der Aufschrift „Den Opfern der Gewalt. 1949-1989“. Eine darüber angebrachte Holztafel, die an die beiden Todesopfer erinnerte, ist im Laufe der Zeit verschwunden. Der Stasi-Wachmann wurde 1990 vom Landgericht Berlin (West) wegen Totschlags zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.



Geplant ist nun, den neuen Gedenkstein am 30. Jahrestag
des Geschehens, am 21. Dezember 2014, feierlich einzuweihen.


Quelle: http://www.svz.de

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