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Als Spitzel kannte Hinkel keine Nachsicht

verfasst von Tom Moak, 10.12.2013, 20:00

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East Side Gallery:
Stasi-Verstrickungen des Investors
Als Spitzel kannte Hinkel keine Nachsicht

10.12.2013 12:05 Uhr

von Ralf Schönball

Der Investor Maik Uwe Hinkel lieferte als „Jens Peter“ der Staatssicherheit
viele Informationen. Den Stasi-Akten zufolge war er dabei nicht zimperlich.


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„Eine inoffizielle Mitarbeit für die Stasi ist in den Unterlagen dokumentiert, die der
Person Maik Uwe Hinkel zuzuordnen sind“,heißt es bei der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Foto: dpa

Er sei „für einen ausländischen Geheimdienst“ tätig gewesen,
sagten die Anwälte von Bauherr Maik Uwe Hinkel vor Gericht aus.

Nach Tagesspiegel-Informationen war er als Doppelagent
für den Verfassungsschutz und den russischen KGB tätig.

Hinkel selbst und auch ein Sprecher wollten sich auch
am Montag dazu nicht äußern, wegen eines laufenden
Verfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht.

Dort hatte er versucht zu verhindern, dass das Bundesamt für
die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes Akten über den
Inoffiziellen Mitarbeiter „Jens Peter“ herausgibt.

Investor Hinkel spitzelte als "Jens Peter"

Zur möglichen Verstrickung mit der Stasi sagt Hinkels Sprecher,
dass sich „Herr Hinkel vor über 30 Jahren, also 1982, nicht für
die Staatssicherheit der DDR verpflichtet und dementsprechend
auch keine Verpflichtungserklärung oder gar Aktenvorgänge von
ihm vorliegen können“.

Dagegen stellte die Sprecherin der Stasi-Unterlagen-Behörde
Dagmar Hovestädt fest: „Eine inoffizielle Mitarbeit für die
Stasi ist in den Unterlagen dokumentiert, die der Person
Maik Uwe Hinkel zuzuordnen sind“ – und diese handeln vom
Spitzel und Stasi-IM „Jens Peter“.

Dieser berichtet noch drei Jahre vor der Wende, am 31. März 1986,
eifrig über alles, was auch nur annähernd der Stasi staatsfeindlich
erscheinen mochte.

Er sammelt in der Toilette eines Bekannten die West-Zeitschrift
„Sowjetunion Heute“ ein und kündigt an, diese „auftragsgemäß“
zu lesen und auf „Hetze gegen die UdSSR“ zu prüfen.

Er berichtet über die Tirade einer Mitarbeiterin der Kulturabteilung
im Zwickauer Stadtrat. Diese hatte einen Zahn verloren, keine Krone
bekommen und höchst verdächtig geschimpft: „Scheiß Zone, man
bekommt nicht mal ordentlich die Zähne gemacht, man müßte gleich
einen Ausreiseantrag stellen.“

Der IM verschaffte der Stasi Zutritt zu intimen Bereichen seiner Freunde

Nachsicht kannte „Jens Peter“ den Akten zufolge, die dem
Tagesspiegel vorliegen, in Fragen der Staatstreue kaum.


Zuweilen ergänzte er handschriftlich ein Vernehmungsprotokoll.

Auch den Zutritt in die intimsten persönlichen Bereiche
seiner „Freunde“ verschaffte „Jens Peter“ der Stasi.

Am 22. Januar 1985 hält Hauptmann W. fest, dass der IMB „Jens Peter“
„den Schlüsselabdruck des Schlafzimmerschlüssels“ einer observierten
Person übergibt.

Benötigt werde dieser, wie es in einer weiteren Aktennotiz heißt,
„zur Anfertigung von Sicherheitsschlüsseln (...) in Vorbereitung
und Realisierung einer konspirativen Durchsuchung“.

Eine der letzten Abschriften aus der Stasi-Akte
zu „Jens Peter“ stammt vom 4. März 1988.

Da hat sich eine Informantin „in mich verliebt“,
wie „Jens Peter“ berichtet.

Deshalb werde sie ihn auch niemals „in die Pfanne hauen“ wegen
der gemeinsamen Besuche im staatsfernen „Klub der Intelligenz“.

Dass der Geliebte sie mit dieser Aufzeichnung in Gefahr
brachte, konnte die Bespitzelte nicht ahnen.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de
» ,.-

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