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CDU-Stadtrat enttarnt sich selbst als Stasi-Mitarbeiter

verfasst von Tom Moak, 15.12.2013, 19:14

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» CDU-Stadtrat enttarnt sich selbst als Stasi-Mitarbeiter

Mit 18 habe er sich zum Dienst bei einer Einheit des Ministeriums werben
lassen, sagt Hans-Peter Lohse. Jetzt will er sein Mandat niederlegen.


CDU-Stadtrat Hans-Peter Lohse war nach eigener Aussage als junger Mann für
einige Jahre Bediensteter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR.

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Stadtrat Hans-Peter Lohse
Foto: Andreas Seidel/Archiv


Das erklärt er in einem "Freie Presse" vorliegenden Brief an den
Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Die Oberbürgermeisterin habe
er gebeten, einen Stadtratsbeschluss herbeizuführen, der ihn von
seinem Mandat entbinde, sagte der 64-Jährige.

Damit wolle er einer Entscheidung seines Falls durch eine Kommission
zuvorkommen, die der Stadtrat in der kommenden Woche beauftragen
will.

Sie soll Mitteilungen der Stasi-Unterlagenbehörde über
Stadträte auswerten, die für das MfS tätig gewesen sein
sollen.

Eine entsprechende Überprüfung war im vergangenen
Jahr auf Initiative der CDU in Auftrag gegeben worden.

Nach seinen eigenen Angaben gehörte Lohse
der Staatssicherheit von 1968 bis 1973 an.

Nach dem Abitur habe er seinen Militärdienst bei der Wacheinheit
(WSE) der Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt des MfS abgeleistet.

Seine Aufgabe sei das Bewachen von Dienstgebäuden der Stasi auf
dem Kaßberg gewesen. Später habe man ihn einer Abteilung zugeteilt,
die Autos militärischer Verbindungsmissionen der USA, Großbritanniens
und Frankreichs bei Fahrten durch die DDR beobachtete.

Gelockt habe ihn die im Vergleich zur Volksarmee attraktive Besoldung und die
Aussicht auf einen Studienplatz an der Berliner Humboldtuniversität, so Lohse.

Dorthin sei er 1971 vom MfS zum Studium delegiert worden.

Dienstliche Kontakte habe es in dieser Zeit kaum gegeben.

"Es hat auch keiner von mir verlangt, andere
auszuspionieren oder Berichte zu schreiben."

Nach den Weltfestspielen 1973 sei es dann zum Bruch gekommen.

Unter anderem wegen Westkontakten habe man ihn wegen
Unzuverlässigkeit entlassen, die Delegierung zum Studium
zurückgezogen.

Seiner späteren beruflichen Karriere in der
DDR sei dies keineswegs förderlich gewesen.

"Ich hatte einen ,schwarzen Fleck' in der Kaderakte."

Aus heutiger Sicht, so Lohse, habe er vor 45 Jahren, als 18-Jähriger,
sicherlich einen Fehler begangen. "Aber ich habe ihn nach fünf Jahren
mit allen Konsequenzen korrigiert."

erschienen am 14.12.2013

Von Michael Müller

© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG



Quelle:http://www.freiepresse.de



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