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Auch in Koblenz hatte die Stasi Spitzel

verfasst von Tom Moak, 22.05.2014, 22:11

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22.05.2014, 06:00 Uhr


Bundesarchiv unter Beobachtung: Die Stasi hatte Spitzel auch in Koblenz


Koblenz/Berlin - Die Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR
spionierten auch in Rheinland-Pfalz. Das zeigt die Ausstellung
"Feind ist, wer anders denkt", die heute in Koblenz eröffnet.

Konzipiert hat sie Helge Heidemeyer, Forschungsleiter in
der Stasiunterlagenbehörde BStU in Berlin. Das Interview:

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Was hatte die Staatssicherheit der DDR in Rheinland-Pfalz zu suchen?


Die DDR hatte an vielen Institutionen Interesse.

Selbst die entlegensten Regionen sind in
den Fokus der Stasi-Mitarbeiter geraten.

Für was hat sich die Stasi denn hier interessiert?

Koblenz war als großer Bundeswehrstandort unter Beobachtung.

Im Ahrtal war außerdem die Rückzugsmöglichkeit der
Bundesregierung, der Atombunker, von großem
Interesse für die Staatssicherheit der DDR.

Es war sicherheitsrelevant, auch für die DDR-Staatsführung
zu wissen, was die Bundesrepublik für den Krisenfall plante.

Darüber ist nicht nur sie gern informiert gewesen, sondern
der gesamte Warschauer Pakt, um das bei der Planung von
eventuellen militärischen Operationen gegen den Westen
berücksichtigen zu können.

Die DDR-Staatsführung wollte aber auch einfach wissen,
wie die BRD-Institutionen arbeiten. Deshalb war zum
Beispiel auch das Bundesarchiv interessant.

Warum war eine Reisegruppe aus der Untermosel
in der DDR für die Stasi verdächtig?


Sie war verdächtig wie jeder, der aus dem Westen kam.

Jeder West-Besucher in der DDR konnte "feindliche Ideologien"
in die DDR hineintragen. Deswegen wurden routinemäßig alle
Reisegruppen überwacht.

Die Gruppe von der Untermosel stand nicht speziell im
Fokus, aber auch über sie wurde berichtet. Dass sich
einzelne Teilnehmer mit DDR-Bürgern getroffen haben,
wurde nicht gern gesehen.

Wie lief eine solche Überwachung ab?

Oftmals berichtete der ostdeutsche Reiseleiter, der
der Gruppe grundsätzlich zur Seite gestellt
wurde, direkt an das Ministerium für Staatssicherheit.

Das war auch in diesem Fall so.

Der Reiseleiter der DDR begleitete die Gruppe die ganze Zeit.


Und wie funktionierte die Überwachung des Bundesarchivs?

Oft hat man versucht, Mitarbeiter der Institutionen
für die Stasi der DDR Spionage zu gewinnen.

Das war in erster Linie bei den großen, wichtigen sogenannten
"Feindobjekten" der Fall. Beim Bundesarchiv hat man einen
Mitarbeiter aus dem Staatsarchiv der DDR, der inoffizieller
Mitarbeiter war, nach Koblenz geschickt. Er hat Kontakt mit
einem Mitarbeiter des Bundesarchivs aufgenommen.

Es gibt Unterlagen, in denen der Mitarbeiter beschrieben
wird, substanzielle Nachrichten gibt es von ihm nicht. Die
Geschichte spielte 1989 und bricht dann vor dem Mauerfall ab.

Der inoffizielle Mitarbeiter kommt aber zu dem Schluss, dass
er da eine Quelle mit gutem Potenzial entdeckt hatte.

Hat die Stasi auch direkt versucht, Einfluss zu nehmen?

Hans-Adolf Kanter ist dafür wohl das berühmteste
Beispiel aus Koblenz.

Der CDU-Mann war Wirtschaftsberater und Lobbyist des
Flick-Konzerns und arbeitete für das Ministerium der
Staatssicherheit der DDR unter dem Decknamen "Fichtel".

Über ihn versuchte die DDR schon direkt Einfluss zu nehmen.

Er hat massenhaft Unterlagen in die DDR geliefert,
darunter auch politisch Brisantes.

Ist die Stasi-Aufarbeitung also keine rein ostdeutsche Angelegenheit?


» Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, dass die Staatssicherheit
» der DDR ein Thema ist, das auch die Menschen im Westen angeht.

Die Stasi hat eben überall gewirkt.

Ihre Stasi-Mitarbeiter waren teils sehr viel näher an Ereignissen und
Menschen dran, als sich Westdeutsche das gemeinhin vorstellen.

» Unser Bestreben ist zu zeigen, dass die Stasi der DDR
» keine ostdeutsche Regionalgeschichte ist.

Auch im Westen konnte man sich nicht sicher sein,
ins Visier der Staatssicherheit der DDR zu geraten.

Das passierte schneller, als man dachte.

Das Gespräch führte Rena Lehmann


Quelle: http://www.rhein-zeitung.de


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