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Tom Moak

11.03.2013, 22:05
 

Ost gegen West

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Ost gegen West

Wie Stasioffiziere in einem Berliner Anglerverein weiterwirken

11.03.2013 17:42 Uhr

Von Jürgen Schreiber

Jetzt ist Deutschland wirklich wiedervereint: Nach langem Kampf haben sich Anglerverbände in Ost und West zusammengetan. Wir dokumentieren aus diesem Anlass eine Reportage des Tagesspiegel-Reporters Jürgen Schreiber von 2003, wie die Stasi als Anglerverein weitermacht.

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Die im Dunkeln fischen. Der malerische Obersee nördlich von Berlin.
Foto: picture-alliance / ZB

Stumm wie ein Fisch steht Ralf Schindler unter einer Trauerweide am Obersee. Als gelte für den ehemaligen Stasi-Major weiter Verschwiegenheitspflicht, verrät er nur zögerlich, was Mielkes „Sektion Angeln“ in dem Gewässer fing: „Barsch, Aal, Giebel, Rotfeder, Gründlinge, die gute alte Plötze.“ 17 Zander habe man in den 80ern eingesetzt. Nach der Wende benannten sich die Petrijünger der SG Dynamo flugs in die unverfänglichen „Angelfreunde, Ortsgruppe 1, Hohenschönhausen“ um.

Der 67-jährige Schindler trägt eine verspiegelte Sonnenbrille, beantwortet Fragen gern mit knappem „wees ick nich“. Im Verein ist er für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Auf Nachfrage fällt ihm wenigstens ein, ihr langjähriger Boss Helmut Petzold – dessen Dienstrang Oberstleutnant „spielte bei uns keine Rolle“ – habe am Obersee einen Rekordhecht von einem Meter 24 erwischt, zwölf bis 16 Kilo schwer, die übliche Runde ausgegeben und den Kopf präpariert. Schindlers dickster Fisch war ein 42 Zentimeter langer Karpfen von zweieinhalb Kilo. Wer ihr Bester gewesen sei? Friedrich Patt, berichtet er und lächelt, so gut er kann, Offizier in Mielkes Protokoll-Abteilung X. Er selbst verdingte sich bei der „Agitation“ und fabrizierte Propagandafilme. Seine Angel-Sektion, die laut Statuten in „tiefer Verbundenheit zu unserem sozialistischen Vaterland“ und in „Anwendung der Leninschen Methode der Kritik und Selbstkritik“ die Rute auswarf, hatte nach den Worten des Ex-Majors 800 Mitglieder, 700 davon MfSler. „Warum wollen Sie det allet wissen?“

Weil die Stasi in der Idylle ziemlich lange im Trüben fischte. Ihr Vereinsheim, „unser Objekt in der Oberseestraße 64“, bauten sie auf widerrechtlich besetztem Gelände. Ein Federstrich genügte im SED-Staat, schon stand „Eigentum des Volkes, Rechts- träger: Ministerium für Staatssicherheit“ im Grundbuch. Nicht anders lief es bei den Nummern 66 und 68, auch sie gehörten in Wahrheit der Berliner Familie Starke. Wie Mielkes Truppe mit ihr umsprang, war um den 37812 Quadratmeter großen Teich herum ein flächendeckender Vorgang: Unter Zwang und Drohung wurden angestammten Besitzern systematisch Parzellen zu lächerlichen Preisen abgepresst, andere in geheimer Kommandosache einfach auf das MfS umgeschrieben. Familie Starke erstritt sich in zehnjährigem Häuserkampf die Flächen zurück. Der Angler-Schaukasten verschwand über die Jahre unter einer blühenden Spierenhecke.

In seinem Kreuzberger Büro beschäftigen den Erben Christiano Starke – Vorsitzender der „Interessengemeinschaft der rechtmäßigen Grundstückseigentümer in Berlin-Hohenschönhausen“ – die Stasi-Machenschaften weiter. Nach der Wende wurde er zum Enteignungs-Experten. Anfangs war der Tischler für den juristischen Streit um seine 2925 Quadratmeter Uferstreifen mit nicht mehr gerüstet als dem Willen, „dass die Mutti und ich die Sache einfach nicht aufgeben wollten“. Er hatte am Ende der DDR die Illusion, „wir ziehen sofort nach Hohenschönhausen“. Ein klarer Fall von denkste.

Seine Geschichte ist eine labyrinthische deutsch-deutsche Geschichte; Der Fall katapultierte ihn durch Raum, Zeit und politische Systeme. Der Kampf um die Rückgabe des Familienbesitzes war „der schlimmste Abschnitt in meinem Leben“, genau betrachtet so schlimm wie der Verlust. Es beginnt damit, dass seine Großmutter Martha Haussmann am 1. Oktober 1945 laut Befehl der Roten Armee ihr Haus binnen 15 Minuten räumen musste, „sie durfte nur mitnehmen, was sie allein tragen konnte“, berichtet der Enkel. Besatzer fielen über sie her. Die Russen machten den Obersee zum Sperrgebiet, zogen in die Villen ein. „Omi hat den Verlust nie überwunden.“ 1956 nahm sie sich das Leben.

Das Tarnwort

Es ist das Jahr, in dem Christiano mit seinen vor Hitler nach Brasilien geflohenen Eltern nach Berlin zurückkommt. Die Haussmann-Oma harrte bis dahin aus, sie wollte die Tochter Ingeborg noch einmal sehen. Zu der Zeit hatte sich bereits der damalige Stasi-Chef Ernst Wollweber in ihrem noblen Anwesen mit Turmerker breit gemacht. Äpfel und Aprikosen wachsen, Heckenröschen geben dem Besitz etwas Verwunschenes. Es ist auch die Zeit, in der Christianos Mutter ab und an aus Wilmersdorf rüberfährt. Unter Androhung von Gewalt wird sie am Betreten der Adresse gehindert, in der sie aufwuchs. Nach Wollwebers Wegzug funktionierte die Stasi das Ganze zum „Gästehaus“ um.

Dachte Starke in West-Berlin an das nahe und doch ferne Hohenschönhausen, dann stets in der Überzeugung, „die DDR würde es ewig geben“. Genauso ewig wie ihnen Recht und Eigentum vorenthalten bleiben werde. 1958 trugen die Kommunisten zwar die Immobilien auf seine Mutter im Grundbuch Nieder-Barnim ein, Flurstück 212-214, Band 22, Blatt 650, Band 23, Blatt 670, Band 44, Blatt 1279. Indes erfuhr die Familie aber bis 1990 mit keinem Wort, dass sie gleichwohl klammheimlich und entschädigungslos um ihren Besitz betrogen worden war. Durch so genannte „Inanspruchnahme“, ein Tarnwort für Enteignung, kassierte der „Magistrat von Berlin, Hauptstadt der DDR, Az.: 733/py“, am 1. September 1980 das Gelände am Weiher. „Zeitwert 38000 Mark“ steht gekritzelt auf dem gesiegelten Bescheid: „i.A. Müller, Tel. 242-3720“. Willige Helfer arrondierten für das im Hintergrund Regie führende MfS die Gegend. Eine Art Gartenstadt mit Sommerlinden, Erlen, Rotbuchen, locker besiedelt, nah beim Hauptquartier Normannenstraße.

In Top-Lage schuf sich die „Firma“ ihr eigenes Wandlitz.

„Der Obersee war von den Tschekisten begehrt“, berichtet ein Ex-Obrist.

Der nahe Orankesee mit Strandbad hingegen sei was für die Werktätigen gewesen. Im gutbürgerlichen Ambiente lebten Stasi-Großverdiener zu lächerlich geringen Kosten Tür an Tür. Eine „Mietvertragsergänzung“ für Mielkes Vize Werner Grossmann vom Juni 1989 weist aus, er habe sich in der repräsentativen Oberseestraße 6/8 Einbaumöbel für 4874,29 Mark montieren lassen. Das „Nutzungsentgelt“ dafür erhöhe die Monatsmiete um 24 Mark 37 auf 268 Mark 12.
Am Berliner Obersee hat sie einst reihenweise Haus und Grund enteignet

Im „grünen Versteck der Stasi-Bonzen“ („Super-Illu“) stand auf Türschildern statt des Namens oft nur „Untergeschoss“, „Obergeschoss“. Zufall oder Regie, auf ihrer Meile residierten höhere Chargen bevorzugt in geraden, niedrigere Dienstgrade in ungeraden Nummern, erzählt ein Kenner beim Rundgang und meint, „80 Prozent“ der Altkader seien bestimmt geblieben. „Warum sollen die weg? So wat finden die nie wieder.“ Im Laufe der Zeit setzte sich damit gleichsam Unrecht ins Recht. Beispielhaft lasse sich die Pfründewirtschaft auf den 1295 Straßenmetern durchmessen. Misstrauische Blicke verfolgen dort Fremde, ein Empfinden wie im Feindesland. Wer wissen will, ob die Stasi lebt, sie tut es.

Nur stehen die Schattenkrieger nicht mehr in Fünferreihen gestaffelt am Tresen der „Gebrüder Franke“ (heute „Efinger“), zum Sturztrunk.

Außer „dem großen Grossmann“ wohnten die Mielke-Stellvertreter Gerhard Neiber (samt Adlatus), Rudi Mittig und Generalleutnant Alfred Scholz im Karree, ebenso Oberst Ralf-Peter Devaux, laut MfS Handbuch zuständig für die „Aufklärung des Staatsapparats der BRD“.

Sein Klingelschild in seltsam altdeutscher Schrift ist noch da. Mielkes Sohn Frank kam im Viertel unter, Stasi-Knastchef Siegfried Rataizick und MfS-Finanzchef Werner Hennig, um nur wenige der leitenden Juristen, Auswerter, Waffenhändler, Spionageexperten, Schnüffler und Zuständigen für „Republikflüchtige“ zu nennen, die dort exklusiv und unbehelligt siedelten.

Morgens rumpelten Ikarus-Busse übers Kopfsteinpflaster von „Stasihausen“, der „Sachsen-Express“ sammelte die Truppe zur Fahrt in die Zentrale ein. Chauffeure holten die gleich im Dutzend versammelte Generalität ab. Hätte die ihr Lametta getragen, es hätte in der Oberseestraße golden geblitzt.

Unter den MfS-Promis fehlte auch Markus Wolf nicht. Nach Angaben seines ehemaligen Offiziers, des Buchautors Günter Bohnsack, residierte er in der 40. Laut einem bei der Gauck-Behörde gefundenen Plan soll Grossmann unten, Wolf darüber gewohnt haben, wie es sich vom Rang her gehörte. Ein paar Häuser weiter, Manetstraße 6, stand Schalck-Golodkowskis Bungalow.

Seit dem Machtverlust leben die Geheimen hinter maurischen Verzierungen, bleiverglasten Scheiben und Gardinchen gleichsam wie in Deckung. „Wohnte 007 am Obersee?“ fragt der Kunsthistoriker Hans-Michael Schulze bei Führungen da draußen.

Gleicher als gleich siedelten die Großkopfeten direkt am Wasser, verteidigten mit Klauen und Zähnen den Blick auf Bötchen und Park. Die Stasi duldete keinen Plebs neben sich und beharrte in „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmten Dokumenten darauf, dass die „Freigabe der nördlichen Uferzone zur öffentlichen Nutzung“ etwa für einen Fußpfad aus „sicherheitstechnischen Erfordernissen“ abgelehnt wurde. In der Tabuzone kassierte sie 16 der 17 attraktiven Seegrundstücke. Eine Geheimliste der „Verwaltung Rückwärtige Dienste“ druckte für Hohenschönhausen 150 ihrer „inoffiziellen Objekte“ aus, in der Oberseestraße sind es allein 33, oft von den Dunkelmännern für konspirative Treffen genutzt.

Ihr Oberstleutnant Günter Studt schlug 1976 höchst vertraulich mit „sozialistischem Gruß“ vor, „gemäß Verteidigungsgesetz“ im Gebiet 30 weitere Adressen „in Anspruch zu nehmen“ und „Volkseigentum herzustellen“; ein typischer Bedeutungsbetrug, es ging darum, das Volk fern zu halten. „Komplikationslos“, so Studt, solle man sich des „Verteidigungsgesetzes“ bedienen, „Rechte des Einspruches durch die betroffenen Eigentümer bestehen nicht“. Solche sind auch nicht zu erwarten, heißt es zynisch weiter, da die Eigentümer sich nicht um diese Grundstücke bemühten. Ihn wie neun weitere mit Enteignungen befasste Dienstgrade stöberte Starkes Verein in detektivischer Kleinarbeit auf. Studt erklärte, er wolle „damit nichts mehr zu tun haben“. Ein anderer Hauptmann rühmte sich, an einem einzigen Tag 100 Parzellen für ihre Zwecke umgewidmet zu haben. Zur „Wertermittlung“ kam der scheinbar unabhängige Sachverständige Herbert P., laut Kaderkartei in Wahrheit Stasi-Genosse.

Die kalte Pracht

Dass sie längst nicht mehr Herr im eigenen Haus waren, erfuhren die Starkes nie. Auf höfliche Anfragen nach ihrem Besitz beim Rathaus Pankow – „ich möchte mein Testament machen und wäre Ihnen für eine baldige Auskunft dankbar“ – kam von drüben am 26. Mai 1981 lediglich ein Sechszeiler des Inhalts: „Wir bitten daher, von weiteren Anfragen abzusehen.“ Die Antwort machte auch Sinn aus Sicht des MfS, Starkes Prachtbau war auf den Plänen längst ausradiert. Die Oberseestraße 62 bis 68 sollte für den „II. Abschnitt“ eines MfS-Neubau-Komplexes fallen, mit Kneipe und Pool zur „qualitativen Erhöhung der Gästebetreuung“: „gedeckte Zu- und Abfahrt“, „dekorative Außenbeleuchung mit Dämmerungsschalter“ waren projektiert, eine „Waffenkammer mit Stahltüre und Gitterfenster“ vorgesehen.

Eine Spurensicherung in der Kolonie der Dunkelmänner

Des weiteren ein Bootssteg aus Betonfertigteilen „analog“ zu dem der Sektion Angeln. Zuvor hatte Mielke die Nummern 36 bis 48 mit Zweigeschossern bebauen lassen, Grund und Boden der Falkenbergs, wird erzählt, einst Gastronomen im Roten Rathaus. Die Wohnungen wurden laut vertraulicher Anweisung „ausschließlich an hochrangige Stasi-Mitarbeiter“ vermietet.

Die heute 92 Jahre alte Ingeborg Starke hütet ihre Obersee-Dokumente in einer abgegriffenen Mappe. Sohn Christiano legt sie auf den Tisch und sagt, schon Omi Haussmann hätte der Prokuristin ihrer Weißenseer Spiralfederfabrik eingebleut, bei Bombenalarm alles stehen und liegen zu lassen, aber diesen Ordner unbedingt zu retten. Darin der Vertrag vom 9. September 1924 über das Areal 66: „Wie es steht und liegt“, ging es für 20000 Goldmark samt Holz- und Kohlevorräten sowie Gartengeräten an seine Großeltern. Unter den Schätzen eine hübsch kolorierte Skizze der Garage, „schließlich stand da ein Horch drin“, sowie der über 100 Jahre alte Plan des Gebiets, das besonders Aufsteiger des Industriezeitalters anzog.

In der Nachbarschaft wohnte der Fischhändler Wegener, „der den Matjes oder so wat einjeführt hat“, neben dem erfolgreich- en Darmhändler, der mit Wurstpelle reich wurde und Fleischfabrikant Vermander. Seine Oberseestraße 54/56, mit Fahnenmast und Lebensbaumhecke, verwandelte man in „Mielkes Gästehaus“, wegen des belgischen Sandsteins „kalte Pracht“ genannt. In der Oberseestraße 60 ließ sich der Drucker Lemke 1932 von Stararchitekt Mies van der Rohe einen sagenhaften Backstein-Bungalow bauen. Russen und MfS ruinierten den Kubus mit vereinten Kräften, machten daraus Garage und Wäschekammer, montierten die Schrankwand „Karat“, klebten Linoleum aufs Eichenholzparkett. Nach der Verwüstung blieb 1989 von den Spießern eine Hand voll Silberbesteck mit barockisierender Verzierung aus DDR-Produktion zurück.

Christiano Starke hat die Figur eines Gewichthebers und ordentlich Schmackes, um sich mit Stasi-Seilschaften, Treuhand, Ämtern und Gerichten anzulegen. In höchst merkwürdiger Koalition verbauten sie seiner Familie den Weg zum Eigentum lang genug. Gleich zur Wende stand er auf der Matte, lief sich die Hacken ab, redete sich einigermaßen unerschrocken mit Berliner Schnauze den Mund fusselig. Er schrieb der Angler-Sektion, Antwort kam nie. Starke suchte Verbündete, lud 160 Betroffene zum Mitmachen ein, „alle mit der gleichen Problematik“, von Grund und Boden verjagte Hausbesitzer.

Mutter Starke meldete mit seiner Hilfe ihre Ansprüche beim Magistrat der Stadt Berlin, beim Rat des Stadtbezirks Höhenschönhausen, im Rathaus Pankow, im Ministerium des Inneren sowie der Justiz an, hinterlegte die Forderung auf Grundstücks-Restitution beim DDR-Minister für Regionale Angelegenheiten, bei der Präsidentin der Volkskammer, beim Ministerrat.

Bei Lothar de Maizière wurden sie vorstellig, beim Komitee zur Stasi-Auflösung. Selbst ein Kraftpaket wie Meister Starke trägt sich fast einen Bruch an der Tasche mit sieben Ordnern Obersee-Schriftverkehr: „Sie können alles lesen“, wenn’s nicht reiche, er habe weitere Akten.

Mit Eingaben beschäftigte er Rechts- und Petitionsausschuss des Bundestages. 118 juristisch versierte Abgeordnete überzog er mit eingeschriebenem Formbrief, ohne dass er das Gefühl gewonnen hätte, die Parlamentarier wüssten, was sich im Osten für Durchstechereien abgespielt haben und abspielen. „Ahnungslose, ignorante“, in seinen Augen zudem „peinlich dürftige Antworten“ musste er archivieren, von SPD-Klose bis CDU- Scholz. Dem Abgeordneten Thierse gab er erzürnt zurück, „um es freundlich auszudrücken“, seine Antwort sei „mehr als dürftig ausgefallen“. Starke klagte sich durch die Instanzen bis zum Bundesverwaltungsgericht hoch.

Drei Verfassungsbeschwerden wurden nicht angenommen. Auf dem langen Marsch ist er um 25000 Euro ärmer geworden, sein Vertrauen in den Rechtsstaat kleiner. „Ich fühlte mich wie in einer Bananenrepublik.“ Vom Staat, dem er brav Steuern zahle „und für den ich eingestanden bin“, fand er sich „hintergangen, allein gelassen, veräppelt.

Das ist meine größte Enttäuschung.“ Als „die Mutti“ nach all den Niederlagen schließlich vom „Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen“ doch noch ihre Immobilien zurückerhielt, „waren wir völlig verdutzt“. Nun durfte er das Empfinden haben, endlich sei für die Seinen der Zweite Weltkrieg zu Ende, der ihnen das Ererbte nahm.

Das stille Wasser

Freilich verlängerte sich das von der Stasi geschaffene Unrecht um ein weiteres Jahrzehnt. Just als die Starkes hofften, nun ohne Komplikationen bei sich selbst einziehen zu können, schuf das Bezirksamt Hohenschönhausen neue Fakten. Kaum war die Staatssicherheit weg, hängte es 1991 das Schild „Musikschule“ an das Privathaus Nummer 66. Sie erfuhren davon aus der Zeitung. Das legalisierte die Enteignung gleichsam nachträglich, für öffentliche Einrichtungen galt keine Rückgabe. Den Starkes vermittelte das ein intensives Gefühl, die MfS-Praxis werde mit anderen, nur scheinbar demokratischen Mitteln fortgesetzt. Offiziell erging die nachweislich falsche Auskunft, Russen hätten die Grundbücher vernichtet, es sei unmöglich, die Eigentümer festzustellen, es habe sich niemand gemeldet.

Christiano Starke hätte nie geglaubt, sich jemals mit dem DDR-Verteidigungsgesetz herumschlagen zu müssen. Fadenscheinig bediente sich die Stasi nämlich der einschlägigen Paragrafen, um sich haufenweise Areale unter den Nagel zu reißen. Von Landesverteidigung konnte am Obersee allerdings nie die Rede sein, „weit ab von jeder Grenze“. In dem Fall sprach das Vermögensamt von eklatanter „unlauterer Machenschaft“ der Stasi, „ein redlicher Erwerb scheidet aus“, der Enteignungszweck sei „nur vorgeschoben“ gewesen, „um in Wahrheit zu gänzlich anderen Zwecken“ ans Grundstück zu kommen.

Nur muss man fragen, warum es dann zehn Jahre dauerte, um ein, für den gesunden Menschenverstand, glasklares Unrecht aufzuheben. Andere Fälle hängen immer noch.

Der Obersee ist im neuen Deutschland zum „stehenden Gewässer II. Ordnung“ erklärt worden.

Am Beispiel der Stasi-Angler kann man lernen, wie tief stille Wasser gründen.


Quelle: http://www.tagesspiegel.de



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Tom Moak

10.05.2013, 11:15

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" der Stasi über den Klassenfeind

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Bizarre Parade Stasi marschiert wieder am Ehrenmal

10. Mai 2013 09:12 Uhr, Tomas Kittan | Aktualisiert 10:19

Stasi-Truppe feierte am Sowjetischen Ehrenmal den "Tag des Sieges". Unverständnis bei Politikern.

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Männer in Uniformen des Wachregiments der Staatssicherheit,bizarre Szenen am Sowjetischen Ehrenmal am 9. Mai 2013
Bild: Theo Heimann


Es sind Bilder, wie man sie aus vier Jahrzehnten SED-Diktatur kennt:
Nationale Volksarme und Staatssicherheit marschieren am 9. Mai 2013
zum Treptower Ehrenmal. Stasi und NVA gibt es zwar seit 23 Jahren
nicht mehr. Doch deren Geist lebt fort, auch am Donnerstag.

Nieselregen und Trommelwirbel in Treptow.

Männer in voller Paradeuniform sammeln sich am Eingang.
Sie sind behangen mit Orden, tragen weiße Handschuhe
und geputzte Stiefel. Rund 30 ehemalige Offiziere und
Sympathisanten marschieren hinter der DDR-Fahne durch
die Gedenkstätte. Dann legen sie Kränze und Blumen nieder.

Sie feiern den „Tag des Sieges“ über Hitler (*als Vorwand ?)


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Im Weg stehende Zuschauer werden von zwei Männern in Volkspolizei-Uniformen zur Ordnung gerufen.
Bild: Theo Heimann


Voran gehen Männer in Uniformen des Stasi-Wachregiments
„Feliks Edmundowitsch Dserschinski.“

Hunderte beobachteten das bizarre Schauspiel. Vor Ort gab es weder Pfiffe noch Buhrufe.

Im Gegenteil: im Spalier stehenden Zuschauer klatschen sogar Beifall.

Unverständnis bei Berliner Politikern:
„So viele Jahre nach der Wiedervereinigung solche Szenen zu sehen,
ist ein starkes Stück“, sagt Peter Trapp (CDU), Vorsitzender im
Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

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„Hier hat man den Eindruck, die Mauer sei in den
Köpfen einiger Leute immer noch nicht gefallen.“
Bild: Theo Heimann

Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen,
findet diese Aufmärsche nicht nur geschmacklos: „Das ist eine
Beleidigung der Opfer der SED-Diktatur.“ Und er erneuert seine
Forderung: „Man sollte diese Uniformen ebenso verbieten wie die
der NS-Diktatur.“

Mitarbeit: Konstantin Marrach

Quelle: http://www.bz-berlin.de

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Tom Moak

11.05.2013, 12:52

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" Im Feldlager der DDR-Gespenster

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Freitag, 10. Mai 2013


» Die Soldaten Sockenschuss.... Im Feldlager der DDR-Gespenster

Von MIKE WILMS und ANDREAS KLUG (Fotos)

Im Feldlager der DDR-Gespenster
Fotos: Andreas Klug


Das Feldlager der NVA-Veteranen liegt nur einen Steinwurf vom Wurst-Stand entfernt.

Einen Tag nach ihrem martialischen Auftritt am Sowjetischen Ehrenmal
in Berlin entspannen sich die Ex-DDR-Kämpfer in Liegestühlen.

Ein Vopo-Auto und alte Marine-Flaggen markieren ihr Revier auf dem
einstigen Sowjet-Flugplatz „Altes Lager“ bei Jüterbog. Beim dortigen
Militaria-Treffen stößt die skurrile Show der Ewiggestrigen am
„Tag des Sieges“ auf geteilte Meinungen.

Dennoch dürfen sie bleiben.

Unter dem „Kommando“ von Oberleutnant Hans-Jürgen Meller (51)
aus Berlin treten sie an: In Reih und Glied posieren sechs alte NVA-Soldaten
(vom Unteroffizier bis zum Major) mit stolzer Brust am Waldrand.

Die verstörten Reaktionen von DDR-Opferverbänden auf ihren gespenstischen
Aufzug in Treptow (KURIER berichtete) lassen bei ihnen keine Zweifel aufkommen.

Meller sagt: „Wir wollten doch nur den Gefallenen des
2. Weltkriegs gedenken – und zwar auf allen Seiten.
Die Bundeswehr macht so etwas ja nicht.“


Für den Ex-Nachrichtenoffizier beim chemischen Dienst ist es „eine Herzenssache“, die Militärtraditionen der DDR im „Traditionsverband NVA“ (200 Mitglieder) zu pflegen. Auch Stasi-Vorwürfe lassen den Ex-Offizier kalt: „In Treptow war nur ein Mann mit Schriftzug des Wachregiments Feliks Dzierzynski dabei. Und der hat nicht einmal gedient.“ Man sei zwar politisch, aber vor allem pazifistisch: „Die bewaffneten Organe der DDR haben Friedenssicherung betrieben.“

Die Schrecken der Diktatur werden völlig ausgeblendet.

Bis zu 70 Vereinsmitglieder kommen jedes Jahr zu dem dreitägigen Militaria-Treffen bei Jüterbog: Sie sind Hardliner, die sich von den dort üblichen, kuriosen „Freizeit-Aktivitäten“ wie Panzer-Fahren eher fernhalten. Gleichwohl bilden Dutzende alte Militärfahrzeuge, die Stände mit NVA-Abzeichen und all die Uniformierten eine passende Kulisse für den militaristischen Spuk der Unbelehrbaren.

Quelle: http://www.berliner-kurier.de

Alle Bilder finden Sie hier....Im Feldlager der DDR-Gespenster
Fotos: Andreas Klug



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Tom Moak

11.05.2013, 14:13

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" "Unser Auftritt zur Kenntnis genommen"

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10.05.13

Treptower Park DDR-Symbole - Stasi-Aufmarsch löst Verbotsdebatte aus

Nachdem am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park sogenannte Traditionalisten in Uniformen der Nationalen Volksarmee und der Stasi aufgezogen sind, verlangen Politiker und Opfer-Vertreter ein Verbot von DDR-Symbolen.
[image]">http://img.morgenpost.de/img/berlin/crop116074250/9198729917-ci3x2l-w620/Tag-der-Befreiung.jpg[/img]
Das Sowjetische Ehrenmal in Treptow:
Den 8. Mai nutzten Ex-Stasi-Mitarbeiter
für ihren ganz eigenen Auftritt

Foto: dpa

Der Aufmarsch von Truppen in DDR-Uniformen am Treptower Ehrenmal hat eine Welle der Empörung ausgelöst.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bezeichnete es als "unsägliche Provokation, wenn diese Ewiggestrigen jetzt wieder uniformiert auf die Straße gehen". Der Aufmarsch sei ein Schlag ins Gesicht aller SED-Opfer und ihrer Angehörigen, so Henkel.

Wie berichtet waren am Donnerstag bei einem Fest zum "Tag des Sieges" am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park Truppen in Uniformen der Nationalen Volksarmee, der Volkspolizei und der Staatssicherheit aufmarschiert. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) hatte die Veranstaltung zum 68. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai beantragt.

Sein Grünflächenamt habe jedoch lediglich eine "Musikveranstaltung" genehmigt, betonte Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick. Er werde nun prüfen lassen, ob ein solcher militärischer Aufmarsch durch die Genehmigung gedeckt sei. Igel bezeichnete den Aufmarsch am Ehrenmal als Entehrung der dort beigesetzten sowjetischen Soldaten. "Die NVA und die Stasi haben uns nicht von den Nationalsozialisten befreit", sagte Igel. Allerdings seien solche Zwischenfälle kaum zu verhindern, solange das Tragen Symbolen aus der DDR-Zeit erlaubt sei, argumentiert Igel.

DDR-Verklärer: "Unser Auftritt zur Kenntnis genommen"

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, verlangt als Konsequenzen aus dem Vorfall, das Tragen von Uniformen und Abzeichen der DDR in der Öffentlichkeit genauso zu verbieten wie die das von Symbolen der Nazi-Diktatur. Organisiert wurde der Militäraufzug offenbar vom Traditionsverband Nationale Volksarmee e.V. in Berlin , der offenbar Trainings für "Ehrenformationen" in Uniformen der aufgelösten DDR-Armee anbietet und aktuell für ein Feldlager in Jüterbog wirbt.

Auf der Internetseite des Verbands heißt es: "Unser öffentlicher Auftritt am Treptower Ehrenmahl wurde durchaus auch auswärts zur Kenntnis genommen".

Gedenkstätten-Direktor Knabe fordert, dem Verein die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. "Ich wundere mich, was in Sachen DDR-Verklärung in Deutschland alles möglich ist", so Knabe. Wenigstens steuerlich absetzbar dürfe dies nicht mehr sein.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) kündigte an, sich im Bund für ein Verbot von DDR-Unformen und -Abzeichnen einzusetzen.

Auch der Berliner Sicherheitspolitiker Peter Trapp (CDU) will im Abgeordnetenhaus den Aufmarsch auf die Tagesordnung des Innenausschusses setzen.

Quelle: hel/cbr

Quelle: http://www.morgenpost.de

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorenthalten

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Tom Moak

11.05.2013, 14:28

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" " Unser Auftritt "

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Nachrichten aus Berlin für Welt – Berliner Zeitung

Berlin - 10.05.2013

Sowjetisches Ehrenmal ...Kritik nach Aufmarsch von DDR-Nostalgikern

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In Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments Feliks Dzierzynski
marschierten Männer am Ehrenmal auf.

Foto: dpa

Eine uniformierte Truppe hat sich am Donnerstag in Uniformen der NVA und des
Stasi-Wachregiments Feliks E. Dzierzynski am Sowjetischen Ehrenmal in
Treptow versammelt.

Der Aufmarsch von Männern in Uniformen der NVA und
des Stasi-Wachregiments Feliks E. Dzierzynski am
Sowjetischen Ehrenmal in Treptow ist auf heftige Kritik
gestoßen.

„So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes“,
erklärte Rainer Wagner vom Dachverband der SED-Opfer am Freitag.


Die uniformierte Truppe hatte sich am Donnerstag am Ehrenmal versammelt.

Anlass der Aktion war der Jahrestag des Kriegsendes
mit dem Sieg der Sowjetunion über das NS-Regime.

Der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner,
forderte ein Verbot von Stasi-Symbolen.

Von einer „Verhöhnung der SED-Opfer“, sprach auch die
Grünen-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop.

(BLZ/dpa)

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de


Copyright © 2013 Berliner Zeitung
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Tom Moak

11.05.2013, 14:55

@ Tom Moak
 

Stasi-Garde am Ehrenmal – ohne Erlaubnis

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Stasi-Garde am Denkmal

von Ha,loy,nag

NVA-Traditionsverband marschiert am Ehrenmal auf
– ohne Erlaubnis und zum Entsetzen der Opfer



Berlin - Stechschritt und graue Uniformen, davor ein Mann in Vopo-Kluft.

Dieses Bild bot sich am Donnerstag den Besuchern des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park in Berlin, wo zahlreiche Gruppen den Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft am russischen „Tag des Sieges“ feierten.

Das wollten die Männer in den Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auch – und provozierten mit ihren aufgepflanzten Gewehren und wehenden Fahnen den Protest von Opferverbänden.

Nur wenige Hundert Meter entfernt feierte der „Verein der Verfolgten des Naziregimes“. Geschäftsführer Markus Tervooren hat von dem Aufmarsch nichts mitbekommen, findet die Aktion aber eher lächerlich: „Ich komme aus Bonn, da muss ich an den Karneval denken.“

Entsetzt zeigt sich dagegen Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Er habe den Eindruck gehabt, dass es ruhig geworden sei um revisionistische Vereine und NVA-Nostalgiker. „Deshalb bin ich erschrocken, dass so eine Veranstaltung überhaupt möglich ist.“ Der Verein hinter der Veranstaltung ist Knabe schon länger bekannt: Es handelt sich um den „Traditionsverband Nationale Volksarmee“, einen gemeinnützigen Verein, der sich laut Selbstdarstellung für Frieden und Abrüstung einsetzt. Auf der Webseite des Vereins posieren drei stolze Fahnenträger vor dem sowjetischen Ehrenmal. Am 1. Juni treffen sich die Kameraden das nächste Mal zum „Training der Ehrenformation“ in Garzau.

DDR-Uniformen sind nicht verboten, dies hatte der Justiziar der Polizei, Oliver Tölle, schon vor zwei Jahren klargestellt, als sich im Tierpark Friedrichsfelde 100 NVA-Offiziere versammelt hatten.

Die NVA sei keine verbotene Organisation.

Dies gelte auch für das Ministerium für Staatssicherheit, dem das Wachregiment unterstand, hieß es jetzt.

Da die NVA nicht mehr als Armee existiere, begingen die Uniformträger auch keine Amtsanmaßung. Auch das Mitführen der Waffen war nicht verboten. Dem Vernehmen nach hatten Polizisten die Veranstaltung im Blick, sahen aber keinen Grund zum Einschreiten.

Das bedauert die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft: „Die Polizei war ausdrücklich dazu verpflichtet, einzuschreiten oder diesen Mummenschanz von vorneherein zu verbieten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Reinhard Dobrinski vom Opferverband „Forum zur Aufklärung und Erneuerung“ spricht von einer „Provokation, wie sie schlimmer nicht sein kann“.

Ebenso wie Hubertus Knabe fordert er, dass NVA-Symbole verboten werden sollten.

Tatsächlich hätte der Verband eine Erlaubnis bei der Polizei einholen müssen, erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick,
empfindet das Treiben der NVA-Veteranen als schändlich.

Dem Andenken der sowjetischen Soldaten werde geschadet.

"NVA und Stasi haben uns nicht von den Nazis befreit."

Ha,loy,nag

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Erschienen am 11.05.2013 auf Seite 20

Quelle: http://www.pnn.de

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Tom Moak

11.05.2013, 15:19

@ Tom Moak
 

Kritik nach Aufmarsch in Stasi-Uniformen

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Geschichte

"Schallende Ohrfeige": Kritik nach Aufmarsch in Stasi-Uniformen

Aktualisiert am Samstag, 11.05.2013, 09:31

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dpa / M. Balk/Archiv

Knabe spricht mit seinen Wünschen anderen aus der Seele.
Politiker und Opferverbände haben den Aufmarsch von Männern in Stasi-Uniformen am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin heftig kritisiert.

„So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes und zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Politik endlich handeln muss“, erklärte der Bundesvorsitzende des Dachverbandes der SED-Opfer, Rainer Wagner, am Freitag.


Ehemalige Angehörige einer DDR-Einheit hatten sich am Donnerstag in alten Stasi-Uniformen am Ehrenmal versammelt. Anlass der Aktion war der 68. Jahrestag des Kriegsendes mit dem Sieg der Sowjetunion über das NS-Regime.

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte: „Der Bundestag muss endlich das Tragen von Uniformen und Abzeichen der DDR in der Öffentlichkeit genauso verbieten wie das Tragen von Uniformen und Abzeichen der Nazi-Diktatur.“

Die Polizei leitete eigenen Angaben zufolge unterdes ein Strafverfahren
gegen Unbekannt wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsrecht ein.

Auch der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, forderte ein Verbot von Stasi-Symbolen. Der uniformierte Aufmarsch der „Ewiggestrigen“ sei ein Schlag ins Gesicht der vielen Menschen, die unter der SED und der Staatssicherheit gelitten hätten, hieß es in einer Mitteilung.


„Das ist unerträglich und eine Verhöhnung der SED-Opfer“, sagte die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, auf Anfrage.

Die Behörden hätten mit Auflagen stärker dagegen vorgehen können.


dpa


Quelle: http://www.focus.de


© FOCUS Online 1996-2013

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Tom Moak

11.05.2013, 15:41

@ Tom Moak
 

Polizei ermittelt nach Aufmarsch in Stasi-Uniformen

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Polizei ermittelt nach Aufmarsch in Stasi-Uniformen

Nach dem Aufmarsch von Männern in Stasi-Uniformen in Berlin ermittelt nun
die Polizei wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz.


11.05.2013

Berlin.


Nach dem Aufmarsch von Männern in Stasi-Uniformen
in Berlin ermittelt nun die Polizei.

Nach eingehender Prüfung sei am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen
Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet worden,
sagte ein Polizeisprecher am Samstag und bestätigte damit einen Bericht
des "Tagesspiegel".


Ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) waren am Donnerstag
in Stasi-Uniformen und Uniformen der Nationalen Volksarmee (NVA) vor
dem Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park mit Gewehren und DDR-Flagge
aufmarschiert.

Politiker und Opferverbände kritisierten die Aktion.

„So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes und
zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Politik endlich handeln muss“, hatte der
Bundesvorsitzende des Dachverbandes der SED-Opfer, Rainer Wagner,
erklärt.


Hinter der Veranstaltung steht nach "Tagesspiegel"-Informationen
der "Traditionsverband Nationale Volksarmee".

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Foto: tvnav

Nach eigenen Angaben erklärt sich der Verein solidarisch mit den
„von der politischen Strafjustiz der BRD nach 1990 zu Unrecht
Verurteilten und Verfolgten“ und fordert deren Rehabilitierung.

Anlass der Aktion an Himmelfahrt war der in den meisten
Ex-Sowjetrepubliken gefeierte „Tag des Sieges“ über
Hitler-Deutschland am 9. Mai.

(dpa)

Quelle: http://www.sz-online.de

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Tom Moak

11.05.2013, 17:29

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" Nachrichten aus Berlin für die ganze Welt

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» Nachrichten aus Berlin für die ganze Welt – Berliner Zeitung


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» Berlin –

Nach heftiger Kritik am Aufmarsch eines Trupps in NVA- und Stasi-Uniformen
am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow am Donnerstag ermittelt nun die Polizei.


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Nach dem Aufmarsch von Männern in Stasi-Uniformen vor dem Sowjetischen Ehrenmal in Berlin ermittelt nun die Polizei. Nach eingehender Prüfung sei am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag und bestätigte damit einen Bericht des „Tagesspiegel“ (Samstag).

Ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) waren am Donnerstag in Uniformen des Stasi-Wachregiments Feliks E. Dzierzynski und der Nationalen Volksarmee (NVA) vor dem Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park mit Gewehren und DDR-Flagge aufmarschiert. Anlass der Aktion war der Jahrestag des Kriegsendes mit dem Sieg der Sowjetunion über das NS-Regime.

Der Aufmarsch war auf heftige Kritik gestoßen. Die DDR-Opfer-Hilfe forderte ein Verbot von Symbolen der SED-Diktatur. „Der Gesetzgeber sollte endlich ein entsprechendes Zeichen setzen, dass die Verharmlosung der Diktatur nicht toleriert wird“, erklärte der Vorsitzende des Verein, Ronald Lässig, am Samstag. Für ehemals politisch Verfolgte sei es ein Schlag ins Gesicht, dass im demokratischen Rechtsstaat ein „Traditionsverband“ von Stasi- und NVA-Offizieren in Uniform aufmarschieren kann als sei nichts geschehen.

Hinter der Veranstaltung steht nach Informationen des „Tagesspiegel“ (Samstag) der „Traditionsverband Nationale Volksarmee“.

Nach eigenen Angaben erklärt sich der Verein solidarisch mit den „von der politischen Strafjustiz der BRD nach 1990 zu Unrecht Verurteilten und Verfolgten“ und fordert deren Rehabilitierung.

Auch der Bundesvorsitzende des Dachverbandes der SED-Opfer, Rainer Wagner, hatte die Aktion als „schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes“ bezeichnet.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, äußerten ebenfalls Kritik.

Wegner forderte ein Verbot von Stasi-Symbolen.

Die Grünen-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, sprach von einer „Verhöhnung der SED-Opfer“.

BLZ/dpa)

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de
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» Copyright © 2013 Berliner Zeitung
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Tom Moak

11.05.2013, 19:34

@ Tom Moak
 

Polizei ermittelt nach Aufmarsch in NVA-Uniformen

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11.05.13, 14:56

» Treptower Park...Polizei ermittelt nach Aufmarsch in NVA-Uniformen

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park haben sich Männer in DDR-Uniformen getroffen und sind marschiert. Nun ermittelt die Polizei unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Nach dem Aufmarsch von Männern in Stasi-Uniformen in Berlin ermittelt nun die Polizei. Nach eingehender Prüfung sei am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher. Ehemalige Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) waren am Donnerstag in Stasi-Uniformen und Uniformen der Nationalen Volksarmee (NVA) vor dem Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park mit Gewehren und DDR-Flagge aufmarschiert.


Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, hatte der Berliner Morgenpost, bereits vor bekannt werden der Ermittlungen gesagt, sein Grünflächenamt habe lediglich eine "Musikveranstaltung" genehmigt. Er werde nun prüfen lassen, ob ein solcher militärischer Aufmarsch durch die Genehmigung gedeckt sei.

Politiker und Opferverbände hatten die Aktion massiv kritisiert. "So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes und zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Politik endlich handeln muss", hatte der Bundesvorsitzende des Dachverbandes der SED-Opfer, Rainer Wagner, erklärt. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte es als "unsägliche Provokation" bezeichnet, "wenn diese Ewiggestrigen jetzt wieder uniformiert auf die Straße gehen". Der Aufmarsch sei ein Schlag ins Gesicht aller SED-Opfer und ihrer Angehörigen, so Henkel.

Forderung nach Verbot

Organisiert wurde der Militäraufzug offenbar vom Traditionsverband Nationale Volksarmee e.V. in Berlin. Anlass der Aktion an Himmelfahrt war der in den meisten Ex-Sowjetrepubliken gefeierte "Tag des Sieges" über Hitler-Deutschland am 9. Mai.

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, forderte als Konsequenzen aus dem Vorfall verlangt, das Tragen von Uniformen und Abzeichen der DDR in der Öffentlichkeit genauso zu verbieten wie die das von Symbolen der Nazi-Diktatur. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) kündigte an, sich im Bund für ein Verbot von DDR-Unformen und -Abzeichnen einzusetzen.
dpa/BM

Quelle: http://www.morgenpost.de

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorenthalten
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Tom Moak

11.05.2013, 20:49

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" Muss dieser NVA-Spuk verboten werden?

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Ganz Berlin diskutiert

» Muss dieser NVA-Spuk verboten werden?

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Ewiggestrige laufen am Sowjetischen Ehrenmal in DDR-Uniformen auf.
Anlass ist der Tag des Sieges am 9. Mai.

Foto: Meissner

Von MIKE WILMS

Der NVA-Spuk vor dem Sowjetischen Ehrenmal in Treptow hat ein Nachspiel.
Die Polizei ermittelt wegen der grotesken Parade am „Tag des Sieges“, der
Senat sieht die Würde des Ortes verletzt.

Erste Politiker und Verbände wollen jetzt ein Verbot von DDR-Uniformen durchsetzen.

Ganz Berlin diskutiert: Was ist noch Klamauk, was kriminell?

Die „NVA-Jünger“ wähnen sich auf der Seite des Gesetzes.

Allzu selbstsicher ließen sie sich am Tag nach ihren Aufmarsch noch mal fotografieren
– voll uniformiert, in ihrem skurrilen Feldlager bei Jüterbog (KURIER berichtete).

Ex-Oberleutnant Hans-Jürgen Meller (51) verweist auf „entschärfte Waffen“, stumpfe
Säbel. Der NVA-Liebhaber sagt: „Wir verstoßen nicht gegen geltendes Recht.“

Das glaubte auch die Polizei, als sie die Parade in Treptow kontrollierte.

Aber eine spätere Analyse von Pressefotos änderte den Eindruck deutlich.

Die Polizei prüft jetzt mögliche Verstöße gegen Waffengesetze und
das Versammlungsrecht, ein Ermittlungsverfahren ist eingeleitet.

Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hätte
der „Traditionsverband NVA“ eine ausdrückliche
Polizei-Erlaubnis gebraucht.

Und dann im Ideal-Fall Auflagen wie Waffen- und Uniformverbot
erhalten, damit die „Würde des Ortes“ gewahrt bleibt.

Das Grünflächenamt von Treptow-Köpenick hatte für den
„Tag des Sieges“ lediglich eine Musikveranstaltung genehmigt.

Der Bezirk prüft jetzt, ob der Aufmarsch dagegen verstieß.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) kommentierte den
KURIER-Bericht zum Treiben der NVA-Fanatiker mit klaren
Worten. Bei Facebook schrieb er: „Peinliche Truppe!“

Auch Innensenator Frank Henkel (CDU) spricht von einer „unsäglichen Provokation“.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) will sich jetzt im Bund für ein Verbot von DDR-Uniformen einsetzen. Sein Parteifreund Peter Trapp fordert eine Auswertung des Vorfalls im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Die DDR-Opferverbände würden ein Verbot begrüßen. Man müsse dem NVA-Verein zudem die Gemeinnützigkeit entziehen.

Quelle: http://www.berliner-kurier.de



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Tom Moak

11.05.2013, 16:13

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" Das geheime NVA-Camp bei Berlin

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Das geheime NVA-Camp bei Berlin

11. Mai 2013 13:20 Uhr, Tomas Kittan | Aktualisiert 13:20

Frühere Offiziere von NVA, Staatssicherheit und Volkspolizei
versammelten sich in einem Camp zum Reservisten-Treffen.



Vor den Toren Berlins glorifizieren Ewiggestrige die Armee der DDR

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Foto: privat Bild 1 von 8

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Die Suppe in der Gulaschkanone ist scharf, die Maschinenpistole angeblich nicht.
Alle paar Wochen treffen sich bis zu 100 ehemalige Offiziere von NVA, Stasi und
Volkspolizei in Camps zum Marschieren, Waffenpolieren und für Übungen.

Erst am Donnerstag hatte die Gruppe in Paradeuniformen am sowjetischen Ehrenmal in Treptow den „Tag des Sieges“ gefeiert (Stasi marschiert wieder am Ehrenmal).

Ein Teilnehmer berichtet in der B.Z. von einem Treffen der Ewiggestrigen.

Sie nannten es „das erste Treffen der Reservisten der ehemaligen bewaffneten Organe der DDR. Geprägt durch Kameradschaft der einzelnen Waffengattungen zueinander, in einer familienfreundlichen Umgebung“.

An einem Wochenende im März waren 51 Teilnehmer zum „Derfflinger Hof“ in Gusow im Oderbruch angereist. Im ehemaligen „Lager für Arbeit und Erholung“ bezogen die Uniformierten muffige Holzbungalows.

Wegen der noch eisigen Witterung konnte der ursprüngliche Ablauf nicht eingehalten werden. Doch der Camp-Chef verbreitet später per Rundmail stolz: „Es lag immer ein Plan B bereit, welcher dann minutengenau umgesetzt wurde.“

„Nur mit einem Sonderausweis durfte ich rein“, berichtet der Augenzeuge. „Wie in einer Kaserne.“ Der Teilnehmer weiter: „Es begann mit Antreten, Fahnenappell und Tagesbefehl. Dann wurden Uniformen und Stiefel gewienert.“

In einer Autokolonne, darunter ein Funkwagen der Volkspolizei (Marke Lada), ein B-1000 und GAS-69-Militärjeep, fuhr die Truppe zum Bunker Kunersdorf bei Wriezen.

Im Kriegsfalle sollte dort die NVA-Führung sitzen. Der ehemalige Bunkerchef selbst führte durch sein altes Reich. Unterirdisch besprachen sie dort die militärische Lage anno 2013.

Nach der Rückkehr ins Lager gab es insgesamt 37 Liter Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, 137 Bockwürste und 247 Schrippen – alles wurde später genau protokolliert an die Teilnehmer verschickt.

Bis in die Nacht hinein flossen am Lagerfeuer Bier, Sekt und Schnaps.

„Die Männer schwärmten von den guten alten Zeiten und spielten dabei mit ihren Waffen“, so der Augenzeuge. Die Gewehre und Maschinenpistolen waren echt, aber angeblich unschädlich gemacht.

Am letzten Tag war Auswertung. Ein Major verlieh „drei hohe Auszeichnungen“ an die besten Kameraden. Wegen schlampiger Uniform und „Störung der sozialistischen Beziehungen“ wurden aber auch eine Verwarnung und eine Missbilligung ausgesprochen.

Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, hat sich über diese militärischen DDR-Vereine informiert: „Sie geben zwar vor, gemeinnützigen Zwecken zu dienen. Doch handelt es sich um einen abgeschlossenen Kreis von Personen.“ Er fordert die Behörden auf, diese vorgebliche Gemeinnützigkeit genau zu prüfen: „Und wenn der Status zu Unrecht besteht, muss er aberkannt werden.“

Innensenator Henkel schockiert. „Eine unsägliche Provokation“

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Berlins Innensenator Frank Henkel (49, CDU, F.) hat sich schockiert gezeigt
über das Stasi-Ritual am Sowjetischen Ehrenmal am 9. Mai 2013 über das
am Freitag die B.Z. berichtet hatte.

Henkel sagte am Freitag: „Es ist eine unsägliche Provokation, wenn diese Ewig gestrigen jetzt wieder uniformiert auf die Straße gehen. Das gilt grundsätzlich, aber ganz besonders für den 8. Mai. Nach dem Kriegsende wurde im Osten Deutschlands eine Diktatur durch eine andere abgelöst.

Dieser Aufmarsch ist ein Schlag ins Gesicht aller SED-Opfer und ihrer Angehörigen. Genauso unsäglich finde ich es, dass wir die NPD an diesem Tag auf einer Demonstration erdulden mussten. Nicht alles, was das Demonstrationsrecht schützt, müssen wir auch gutheißen.“

Auch Rainer Wagner, der Bundesvorsitzende des Dachverbandes der SED-Opfer, erklärte: „So etwas ist eine schallende Ohrfeige für alle Opfer des SED-Regimes und zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Politik endlich handeln muss.“

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, fordert: „Der Bundestag muss endlich das Tragen von Uniformen und Abzeichen der DDR in der Öffentlichkeit genauso verbieten wie das Tragen von Uniformen und Abzeichen der Nazi-Diktatur.“

Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa:

„Das ist unerträglich und eine Verhöhnung der SED-Opfer."

Quelle: http://www.bz-berlin.de

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Tom Moak

11.05.2013, 16:41

@ Tom Moak
 

Auftritt in NVA-Uniformen sorgt für Wirbel

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11.05.2013

Berlin / Brandenburg

Auftritt in NVA-Uniformen sorgt für Wirbel

Polizei leitet nun doch Ermittlungsverfahren ein
VVN-BdA-Geschäftsführer: Erinnert mich an Karneval


Berlin (nd). Der Aufzug einer Gruppe von Männern in Uniformen der früheren NVA
und des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ am vergangenen Donnerstag sorgt für
politischen Wirbel in der Hauptstadt.

Wie der "Tagesspiegel" unter der Überschrift „Wenn die Stasi-Garde in Berlin trainiert“
berichtet, habe die Polizei entgegen vorangehender Äußerungen nun doch ein
Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz
gegen Unbekannt eingeleitet.

Tags zuvor hatte das Blatt noch unter Berufung auf das Polizeipräsidium
berichtet, der Aufmarsch der Uniformierten sei erlaubt gewesen.

Der SPD-Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, wo das sowjetische Ehrenmal liegt,
an dem die Aktion stattfand, kritisierte den Aufmarsch der NVA-Veteranen und sagte, dem
Andenken an die sowjetischen Soldaten werde damit geschadet.

Empört äußerten sich die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft
und der Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe.

Der Geschäftsführer der VVN-BdA, Markus Tervooren, hingegen wird
vom „Tagesspiegel“ mit den Worten zitiert, er „komme aus Bonn, da muss
ich an den Karneval denken“.


Quelle: http://www.neues-deutschland.de


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Tom Moak

11.05.2013, 17:11

@ Tom Moak
 

"Tag des Sieges" Wenn die Stasi-Garde in Berlin trainiert

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"Traditionsverband Nationale Volksarmee"

Wenn die Stasi-Garde in Berlin trainiert

07:17 Uhr

von Jörn Hasselmann, Thomas Loy und Nantke Garrelts


Opferverbände zeigen sich entsetzt über den Aufmarsch der NVA-Nostalgiker am sowjetischen Ehrenmal in Treptow. Die Polizei hat nun ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz eingeleitet. Doch eine neue Parade ist schon geplant.


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DDR-Folklore. Am sowjetischen Ehrenmal in Treptow marschierten am Himmelfahrtstag Veteranen in
Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks E. Dzierzynski“ auf.

Foto: Theo Heimann

Die Polizei hat am Freitag nun doch ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Versammlungsgesetz gegen Unbekannt eingeleitet. Tags zuvor hatte das Präsidium noch erklärt, der Aufmarsch von Männern in den Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ sei erlaubt gewesen. Die in Zeitungen abgedruckten Bilder widersprächen dem, was die eingesetzten Beamten vor Ort wahrgenommen haben, hieß es vorerst zur Begründung.

In Stechschritt und grauen Uniformen, davor ein Mann in Vopo-Kluft. Dieses Bild bot sich am Donnerstag den Besuchern des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park, wo zahlreiche Gruppen den Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft am russischen „Tag des Sieges“ feierten.

Das wollten die Männer in den Uniformen der NVA und des Stasi-Wachregiments „Feliks E. Dzierzynski“ auch – und provozierten mit präsentiertem Gewehr und wehenden Fahnen den Protest von Opferverbänden.

Nur wenige hundert Meter entfernt feierte der „Verein der Verfolgten des Naziregimes“. Geschäftsführer Markus Tervooren hat von dem Aufmarsch nichts mitbekommen, findet die Aktion aber eher lächerlich: „Ich komme aus Bonn, da muss ich an den Karneval denken.“

„Entsetzt“ zeigt sich dagegen Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Er habe den Eindruck gehabt, dass es ruhig geworden sein um revisionistische Vereine und NVA-Nostalgiker.

„Deshalb bin ich erschrocken, dass so eine Veranstaltung überhaupt möglich ist.“ Der Verein hinter der Veranstaltung ist Knabe schon länger bekannt: Es handelt sich um den „Traditionsverband Nationale Volksarmee“, einen gemeinnützigen Verein, der sich laut Selbstdarstellung für Frieden und Abrüstung einsetzt.

Auf der Webseite des Vereins posieren drei stolze Fahnenträger vor dem sowjetischen Ehrenmal. Am 1. Juni treffen sich die Kameraden das nächste Mal zum „Training der Ehrenformation“ in Garzau.

DDR-Uniformen sind nicht verboten, dies hatte der Justiziar der Polizei, Oliver Tölle, schon vor zwei Jahren klargestellt, als sich im Tierpark Friedrichsfelde 100 NVA-Offiziere versammelt hatten.

Die NVA sei keine verbotene Organisation.

Dies gelte auch für das Ministerium für Staatssicherheit, dem das Wachregiment unterstand, hieß es jetzt.

Da die NVA nicht mehr als Armee existiere, begingen die Uniformträger auch keine Amtsanmaßung. Auch das Mitführen der Waffen war nicht verboten. Dem Vernehmen nach hatten Polizisten die Veranstaltung im Blick, sahen aber keinen Grund zum Einschreiten.

Das bedauert die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft: „Die Polizei war ausdrücklich dazu verpflichtet, einzuschreiten oder diesen Mummenschanz von vornherein zu verbieten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Reinhard Dobrinski vom Opferverband „Forum zur Aufklärung und Erneuerung“ spricht von einer „Provokation, wie sie schlimmer nicht sein kann“.

Ebenso wie Hubertus Knabe fordert er, dass NVA-Symbole verboten werden sollten. Tatsächlich hätte der Verband eine Erlaubnis bei der Polizei einholen müssen, erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Aufgrund der Würde des Ortes hätte man darauf bestehen müssen, dass Waffen und Uniformen nicht getragen werden.“

Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick,
empfindet das Treiben der NVA-Veteranen als „schändlich“.

Dem Andenken der sowjetischen Soldaten werde geschadet.

"NVA und Stasi haben uns nicht von den Nazis befreit."

Quelle: http://www.tagesspiegel.de



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